In Paradisum
Von Harald Sieger (04.11.2018)

Kantate – Requiem – Haiku-Gesänge

plakat_25.11.2018.jpgAm Ewigkeitssonntag, den 25. November präsentiert die Kantorei an der Auferstehungskirche zwei großartige oratorische Werke, die auf sehr unterschiedliche Art Zugänge zum Thema „Vergänglichkeit und Ewiges Leben“ aufzeigen.

Zum einen ist das die Kantate „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach (BWV 140). Es ist eine der beliebtesten Kantatenkompositionen Bachs, die sich textlich an dem bekannten Choral von Philipp Nicolai orientiert. In bester barocker Kompositionsweise wird hier erzählt, dass sich die menschliche Seele die Wiederkunft Christi ersehnt. Dabei wird der Vergleich zu einem Brautpaar gezogen, dass der Vermählung entgegenfiebert. In den frei gedichteten Rezitativen und Arien wird dementsprechend auf biblische Motive des Hohelied Salomons zurückgegriffen.

Ein völlig anderes Konzept ist die Grundlage für das zweite Werk, das an diesem Abend zur Aufführung kommt. Der zeitgenössische Komponist Karl Jenkins greift auf den traditionellen lateinischen Text der Totenmesse zurück und ergänzt diesen durch fünf Haiku-Gedichte aus der japanischen Tradition. Während das „Requiem“ als ein Fürbitt-Gesang für die Verstorbenen zu verstehen ist, beschreiben die Haiku-Gedichte den Kreislauf des Wassers – ein altes japanisches Bild für den Kreislauf des Lebens. Diese beiden Themenstränge führt Karl Jenkins in der ihm eigenen ruhigen und einfühlsamen Kompositionsweise sehr elegant zusammen. Es entsteht ein äußerst friedliches Klanggemälde, das nicht zuletzt durch den Einsatz eines außergewöhnlich großen Percussion-Ensembles und den Einsatz der japanischen Shakuhachi-Flöte in Erinnerung bleiben wird. Eintrittskarten zu 20,-- € / 15,-- € / 10,-- € sind ab dem 05. November erhältlich.