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„Die Würde ist nicht tastbar“ Drucken
Von Anja Brandt (03.12.2014)

Volles Haus beim Philosophischen Radio von WDR 5 im Forum im Foyer

141125_philosophisches_radio.jpgDie Würde des Menschen stand im Mittelpunkt des Philosophischen Radios, das am 25. November bei Forum im Foyer der Evangelischen Gemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt gastierte. Jürgen Wiebicke und Saskia Wendel diskutierten mit rund 120 interessierten Gästen über die Definition des Würdebegriffes.

Niederrhein, Bad Oeynhausen Aachen, Nottuln und Bonn - das Philosophische Radio von WDR 5 ist auf Tour und machte am Dienstagabend Halt in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen. Bis auf den letzten Platz war das Café im Foyer - ausgestattet mit Kabeln, zahlreichen Mikrophonen und großem Mischpult glich es einem Tonstudio - besetzt. Dabei bot das FIF-Team keine leichte Kost, sondern gehaltvolle Gedankenhäppchen. Eingeladen hatten sie den WDR-5-Redakteur Jürgen Wiebicke und die Professorin für Systematische Theologie Dr. Saskia Wendel von der Universität Köln. Mitgebracht hatten die beiden viele scharfsinnigen Fragestellungen rund um den Begriff Würde, die eine rege Diskussion mit dem Publikum entfachten.

„Die meisten kennen seine Stimme vom Radiohören. Heute Abend haben Sie erneut Gelegenheit mit ihm zu sprechen", versprach Pfarrer Lars Kunkel den zahlreichen Gästen und freute sich, den Philosoph und Radiomann bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr bei der Veranstaltungsreihe FIF begrüßen zu dürfen.
„Kann ich meine Würde verlieren oder sie anderen nehmen", fragte der charismatische Philosoph und stieg sofort in das Gespräch mit der sympathischen Theologin Wendel ein. „Der Würdebegriff ist ein Baum mit vielen Wurzeln Es gibt mittlerweile eine deutliche Skepsis gegenüber dem Begriff der Menschenwürde bis hin zu heftigen Einsprüchen gegen die weitere Inanspruchnahme dieses Begriffs und dies quer zu allen philosophischen wie politischen Richtungen. Aber es ist ein Begriff, den es aber zu verteidigen lohnt", erklärte die Wissenschaftlerin. Er fände sich in zentralen Dokumenten des internationalen Menschenrechtsschutzes wie in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und in Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes. Für die Bestimmung der Menschenrechte unerlässlich, bleibe jedoch oftmals offen, was genau damit gemeint ist.

Der Menschenwürde würden verschiedene Bedeutungsgehalte zugeschrieben, die nicht immer in Deckung zu bringen sind, sich auch bisweilen konträr gegenüber ständen. Und das offenbarte sich auch sogleich in der Diskussion mit dem Publikum. Auf die Frage von Jürgen Wiebicke, ob und wie man seine Würde verlieren könne, sagte ein junger Mann „Wenn jemand zu einer negativen Tat nicht steht, dann hat er seine Würde verloren", worauf Wiebicke schlagfertig konterte: „Und wenn ich meine Tat zugebe, bekomme ich sie dann wieder?"

„Die Würde kommt uns immer zu, sie hat etwas mit Einzigartigkeit zu tun, mit Individualität. Wir können sie nicht verlieren, aber man kann die Würde missachten oder verletzen", lautet die These von der Religionsphilosophin Saskia Wendel. Und genau die spornte den WDR-5-Moderator an, das Publikum zu Gedankenexperimenten einzuladen, ihnen das Mikrophon unter die Nase zu halten und ihre Meinung zur Sterbehilfe oder den aufsehenerregenden Abu-Ghraib-Folterskandalen, einzufangen. Die Gäste ließen sich nicht lange bitten, schnell flogen die Argumente hin und her, ergänzte eine These die nächste oder folgten Gegenbeispiele, agierten Moderator und Talk-Gast mit bewegter Gestik und Mimik wie auf einer Bühne, warfen sich die Bälle zu und debattierten miteinander.
„Würde habe etwas mit verantwortungsvollem Handeln zu tun, auch wenn wir etwas Unmoralisches tun, verlieren wir nicht unsere Würde. Auch ein Mörder behält seine Würde", heizte die Religionswissenschaftlerin das Gespräch weiter an.

„Die Würde ist uns Menschen von Gott gegeben", stellte eine Besucherin fest und sorgte damit für neuen Diskussionsstoff, um die Frage, was denn mit denjenigen sei, die keine Christen oder die areligiös sind. „Die theologische Tradition der Gottbildlichkeitslehre kann nicht mehr ohne weiteres als Begründung des Würdebegriffs und dessen prinzipiellen Charakters herangezogen werden. Denn genau besehen erweisen sich Überzeugungen, die in Traditionen, religiösen Traditionen zumal, begründet sind, nur für diejenigen als gültig, die bereits die Traditionen als gültig und bindend anerkennen, durch die eine Überzeugung gerechtfertigt werden soll", so die Meinung der Religionswissenschaftlerin und sie ergänzte „soll der Würdebegriff tatsächlich prinzipiellen Charakter haben, müsse die Gottesinstanz außen vorgelassen werden, um von allen anerkannt zu werden".

Mit dieser These schloss der bewegte Abend viel zu schnell. Er komme gerne wieder nach Bad Oeynhausen, versprach Jürgen Wiebicke und wies daraufhin, dass dieses Gespräch im nächsten Sommer auf WDR 5 in der Reihe Philosophisches Radio zu hören sei.
 

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