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Bildung ist das Fundament für die Zukunft Afghanistans Drucken
Von Anja Brandt (26.03.2014)

Gründer der Familien-Initiative „Kinderhilfe Afghanistan" im „Forum im Foyer"

140324-dr-eroes.jpgDr. Reinhard Erös, Gründer der Familien-Initiative „Kinderhilfe Afghanistan", sprach im „Forum im Foyer" in der Auferstehungskirche über Afghanistan und seine drängenden Probleme. Er fordert mit den „Waffen des Wissens" den Hindukusch zu befrieden.

Eindrucksvoll hat der ehemalige Oberstarzt der Bundeswehr Dr. Reinhard Erös über die Zustände am Hindukusch berichtet. Seine Energie ist auch nach dem zweistündigen Vortrag ungebrochen: geduldig beantwortet der charismatische Bayer weitere Fragen aus dem interessierten Auditorium und bringt dabei immer neue Aspekte ein. Denn er kennt Afghanistan seit fast 30 Jahren und verfügt über Landeskenntnisse und Erfahrungen, die hierzulande kaum jemand hat. Schon zu Zeiten der sowjetischen Besetzung, kümmerte er sich im Kriegsgebiet um eine medizinische Grundversorgung der Zivilbevölkerung, während seine Frau in Peschwar eine Schule für Flüchtlingskinder aufbaute. Seit dieser Zeit engagiert sich die siebenköpfige Familie für Afghanistan, baut dort Schulen, Berufsausbildungszentren, Waisen- und Krankenhäuser. In diesem Jahr wird ihre erste Deutsch-Afghanische Universität in der besonders gefährdeten Ost-Provinz Laghman eingeweiht, eine moderne Station für Frühgeborene in der Klinik Jalalabad eingerichtet. Die Familien-Initiative „Kinderhilfe Afghanistan" gilt als eine der effektivsten Hilfsorganisationen in Afghanistan und wurde mehrfach ausgezeichnet.

„Nur eine gebildete Jugend bringt den Frieden in Afghanistan", sagt Dr. Erös mit vollster Überzeugung und fügt hinzu, dass der Nato-Einsatz keine humanitäre Verbesserung für die Bevölkerung gebracht hätte. „700 Milliarden US-Dollar hat der Krieg gekostet, er ist einer der teuersten in der Geschichte und die Taliban haben noch davon profitiert. Das Land steht jetzt an der Spitze der Korruption". Und dann zeigt er Zahlen, die eine deutliche Sprache sprechen: 61 % der Kinder sind chronisch unterernährt, die medizinische Versorgung ist für die meisten Afghanen unerschwinglich, soziale Versorgungssysteme gibt es nicht. Rund 90% der Bevölkerung haben keinen Zugang zu elektrischen Strom und frischem Trinkwasser. 100.000 bis 200.000 Zivilisten hätte der Krieg das Leben gekostet und 346 afghanische Kinder seien 2010 durch einen NATO Einsatz in Kabul umgekommen. „Und keiner diskutiert diese Fakten. Die Medien nicht, die Politik nicht und auch die Kirche tut das nicht", ärgert er sich und löst beim Publikum damit Betroffenheit aus.

Die hiesige Medienberichterstattung würde häufig ein einseitiges Bild über Afghanistan zeichnen. Ihre Informationen kämen zum größten Teil aus zweiter Hand, ins eigentliche Krisengebiet wagten sich nur wenige. Genau wie die deutschen Politiker, die eine Außenpolitik betrieben, die sich nicht an den dringenden Bedürfnissen der Bevölkerung orientiere. Eigentlich, so legt er anhand von vielen historischen Fakten dar, sei Afghanistan ein buntes, kulturell und religiös vielfältiges offenes Land. „Ursprünglich war ja der afghanische Islam eine tolerante Version", erklärte Erös. Erst mit der Eroberung des Landes durch die Taliban habe sich die saudi-arabische fundamentalistische Interpretation durchgesetzt. In den Koranschulen würden schon die kleinsten Jungen mit dem rigide, aggressiven saudi-arabischen Wahhabi-Islam indoktriniert, der alten afghanischen Kultur und friedlichen Religion entfremdet und zu Taliban gemacht.

Dennoch hält er es nicht für ratsam gegen die Taliban zu kämpfen, sondern setzt auf den Bau von säkularisierten Schulen. 25 hat er davon im Talibangebiet realisiert. „Die bauen wir aber nur mit Zustimmung der Religiösen, sonst würden sie womöglich abgebrannt und zerstört." Alle Projekte werden von den Einheimischen umgesetzt und nur afghanische Lehrerinnen und Lehrer unterrichten dort. So bleibt das Geld im Land. „Wir waren die Ersten, die in Afghanistan Photovoltaikanlagen und Computer in den Schulen eingeführt haben", erklärt er stolz. Und dass seine Hilfe ankommt, zeigen mehr als 150.000 Schüler, die dort erfolgreich ausgebildet wurden und jetzt beispielsweise als Ärzte, Webdesigner, Schweißer oder Schneider arbeiten. Finanziert werden diese Projekte mit Spendengeldern aus ganz Deutschland, die Mitarbeiter wirken ehrenamtlich und kostenlos.
Einen kleinen Beitrag dazu leisteten auch die rund 50 Gäste, die an diesem Abend in die Auferstehungskirche gekommen waren und mit ihrem Eintrittsgeld die Familien-Initiative „Kinderhilfe Afghanistan" unterstützt haben. Viele von ihnen nutzen die Möglichkeit beim anschließenden Imbiß mit dem Experten und seiner Frau Annette ins Gespräch zu kommen und sie versprachen wiederzukommen. Besonders, um den hiesigen Schülerinnen und Schüler ein anderes Bild von Afghanistan zu zeigen und ihnen zu vermitteln, dass sich politisches und soziales Engagement lohnt.
 

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