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Hilfe mit dem Telefon Drucken
Von Sandra C. Siegemund (21.03.2014)

Festgottesdienst zum 30. Geburtstag der Telefonseelsorge Ostwestfalen

140319_ts_bad_oeynhausen_web.jpgMit einem Festgottesdienst unter dem Motto „Ganz dabei" und anschließendem Empfang wurde in der Auferstehungskirche am Kurpark das 30-jährige Bestehen der Telefonseelsorge Ostwestfalen gefeiert. Eine der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen berichtete im Gespräch mit Redakteur Stefan Schelp aus ihrer Arbeit.

„Menschen wie Sie und ich rufen bei Problemen und Krankheiten an", sagte die Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, denn „gerade Anonymität bildet die Basis für die Vertrautheit am Telefon und überwindet die räumliche Distanz." „Mit einem Telefongespräch können sie Menschen helfen?" fragte Stefan Schelp. „Alles darf ohne Angst angesprochen werden. Ich höre zu und schaue gemeinsam mit dem Anrufenden auf das Erzählte. So entsteht ein neuer Blick auf die jeweilige Lebenssituation", berichtete sie und fügte hinzu, „wir lachen auch gemeinsam." Zwischen drei und neun Stunden pro Schicht an etwa 150 Tagen in Jahr verbringt die Ehrenamtliche seit 2009 am Telefon. „Wenn das Telefon aufgelegt wird, kann ich loslassen, was auf meinen Schultern hängenblieb." Besonders belastende Schicksale können die Ehrenamtlichen in der Reflektionsgruppe ansprechen. „Solange ich das Gefühl habe, ich kann etwas geben und auch etwas mitnehmen, bleibe ich der Telefonseelsorge treu", sagte die Mitarbeiterin.

Petra Henning, Pfarrerin und Leiterin der Telefonseelsorge, gestaltete die Liturgie des Gottesdienstes. In der Predigt ging Bischof Dr. Karl-Hinrich Manzke auf ein biblisches Gespräch zwischen Jesus und einer Frau ein. „Heute ist es erlaubt zu lauschen, um daraus zu lernen", sagte er. Die musikalische Gestaltung übernahmen der Chor „Rehmissimo" unter der Leitung von Ute Lindemann-Treude und Kantor Harald Sieger.

„Seit 30 Jahren sind die Ehrenamtlichen zu jeder Tages- und Nachtzeit für die Menschen da. Ich habe tiefen Respekt davor, dass sie sich die Zeit nehmen. Die menschliche Stimme ist auch in der modernen Kommunikation unersetzbar. Über 15.000 Anrufe jährlich zeigen, wie wichtig die Telefonseelsorge ist", sagte Landrat Dr. Ralf Niermann in seinem Grußwort. Auch Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen. „Sie setzen dort an, wo staatliche Sozialarbeit überfordert ist. Wir sind dankbar, dass wir hier im Stadtgebiet den Standort der Telefonseelsorge haben." „Lassen Sie sich feiern für das, was Sie leisten", forderte Dr. Jost Niedermeyer, Vorsitzender des Fördervereins Telefonseelsorge e.V., die Mitarbeitenden auf.

Am 15. März 1984 startete die Telefonseelsorge Ostwestfalen in Trägerschaft der regionalen Kirchenkreise Herford, Minden, Lübbecke und Vlotho sowie der Landeskirche Schaumburg ihr Beratungsangebot. Momentan sind 71 Ehrenamtliche in der Telefonseelsorge aktiv. Jedes Jahr startet eine Ausbildungsgruppe für neue Mitarbeitende.
 

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