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Ein Plädoyer für Mut und Toleranz Drucken
Von Anja Brandt (14.12.2013)

Gut besuchter Literaturgottesdienst in der Auferstehungskirche

131210_26_literaturgottesdienst_web.jpgÜber 50 Jahre alt ist der Roman „Wer die Nachtigall stört" der Amerikanerin Nelle Harper Lee. Sein Inhalt, der für Freiheit, Toleranz und Gerechtigkeit steht, scheint jedoch aktueller denn je und stand im Mittelpunkt des 26. Literaturgottesdienstes am Samstagabend in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen. „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem", mit diesem Satz aus dem Römerbrief begrüßte Pfarrer Lars Kunkel die rund 300 Besucher des Literaturgottesdienstes.

Und um Fragen nach Gut und Böse geht es auch in dem Roman „Wer die Nachtigall stört". Dieses „Lebensbuch" erzählt die Geschichte des Rechtsanwaltes Atticus Fink und seinen Kindern. Von einem gerechten Mann, der einen Schwarzen vor Gericht verteidigt, welcher zu Unrecht angeklagt und schuldig gesprochen wird. Es ist ein Buch über Rassismus, Zivilcourage und Toleranz, mit dem sich das Team um Pfarrer Lars Kunkel wochenlang intensiv auseinandergesetzt hatte, um im Gottesdienst die inhaltliche Essenz überzeugend zu vermitteln.

Mit szenischen Lesungen versetzten Ute Lindemann-Treude, Heidi Swietlik, Dirk Schormann, Simone Homburg, Britta Weber, Herbert Lindemann, Birgit Kuhlmeier und Astrid Mulch die Gottesdienstbesucher in die Südstaaten der 30er Jahre, als Rassismus in den USA noch gesellschaftsfähig war. Gespannt verfolgten sie den Gerichtsprozess um den farbigen Tom Robinson, der eine Weiße vergewaltigt haben soll, auch wenn das mutmaßliche Opfer, die Tochter des Müllnomaden Bob Ewell, kaum glaubwürdig erscheint. Doch das Urteil steht schon vor dem Prozess beim Großteil der Bevölkerung wie bei den Richtern fest. Und auch der Rechtssinn und die Ethik des Pflichtverteidigers Atticus Fink vermögen das Unabwendbare nicht verhindern.

„Schuldig, schuldig, schuldig." Die weißen Geschworenen verurteilen den schwarzen Thomas Robinson zum Tode. Dabei ist der hilfsbereite und gutherzige Mann so unschuldig wie eine Nachtigall, die singt, um des Menschen Herz zu erfreuen", so Pfarrer Lars Kunkel in seiner Predigt. Er erinnerte an Martin Luther King, der vor 50 Jahren seine berühmte Rede „I have a dream" gehalten hat und darin seine Vorstellungen von einer Welt, in der alle Menschen in Freiheit und Gerechtigkeit leben können, formulierte. Dass auch unter einem Präsidenten Barack Obama der Rassismus in den USA noch lange nicht überwunden sei, gab der Theologe zu bedenken und schlug einen Bogen zu unserer eigenen düsteren Geschichte und Gegenwart. „Wir leben in einem Land, in dem rechte Parteien Stimmung gegen Einwanderer machen. Wir haben einen Innenminister, der sich gegen die sogenannten Wirtschaftsflüchtlinge stark macht, und hier Deutschland in eine beschämende Führungsposition sogar gegen die Europäische Union bringt", erklärt er.

Darum sei der Roman von Harper Lee zeitlos aktuell. Menschen würden auch heute noch mit zweierlei Maß gemessen, abgewertet und vorverurteilt. „Wir sollten gegen jede Form der Ungerechtigkeit angehen, uns stark machen für die Schwachen!", plädierte Pfarrer Kunkel. Doch dafür brauche es Mut und Kraft. „Jesus ermutigt uns in der Bergpredigt, für Gerechtigkeit einzutreten. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes, gleichwertig und gleich geliebt. Und doch ist jeder Mensch anders. Es hilft, sich in den anderen zu versetzen, um ihn zu verstehen und Mitgefühl zu entwickeln", lautet sein Fazit. Passend ergänzt wurde die Lesung durch die Happy Swing Company. Die elf Musikerinnen und Musiker spielten bekannte Jazz- und Swing-Standards aus den 30er und 40er Jahren.
 

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