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kein Zank, kein Streit - Wünschenswert? Drucken
Von Christian Polenz (09.05.2013)

„Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2.Kor. 13,13)

 

Stellen Sie sich vor, in ihrer nächsten Umgebung gibt es keinen Zank, keinen Streit. Niemand ist Zornig auf den Anderen. Oder noch besser die ganze Welt ist ohne Zank, Streit, Zorn. Ist das nicht eine wunderbare Vorstellung? Alles Friede, Freude, Eierkuchen im gesamten Umfeld. Ist das wirklich so gut?

 

Denken Sie die folgenden Situationen weiter?

Es ist ein schöner Sommertag, die vierjährige Lisa ist gemeinsam mit ihrer Mutter auf dem Balkon. Lisa klettert am Balkongeländer hoch und klettert. Sie schaut über das Geländer und klettert weiter, immer weiter.

Was tut wohl die Mutter, die das sieht?

 

Phillip ist mit seinem Vater in der Küche. Das Mittagessen ist gerade fertig geworden. Der Vater ist dabei das Wasser aus dem Nudeltopf abzugießen. Da sieht er aus den Augenwinkeln wie Phillip seine Hand in Richtung der soeben erst ausgestellten Herdplatte streckt.

Was tut wohl der Vater?

 

Was würden Sie tun?

 

Würden Sie ein liebes und nettes:

Liebes Kind, würdest Du bitte nicht mehr weiter klettern

oder:

Würdest Du bitte nicht auf die Herdplatte fassen!

von sich geben?

 

Könnte es dann nicht schon zu spät sein?

 

Ich denke aus meinem Munde würde ein bestimmtes, knappes aber lautes:

            Lisa – halt     oder   Phillip – Stopp

kommen.

Aus Angst, Ärger und Zorn würde ich mit meinem Kind schimpfen. Aber der Grund für solch einen Ausbruch ist, dass nichts Schlimmes passieren soll.

Als Elternteil bekommt man in solchen Situationen nochmal einen richtigen Schub und merkt wie wichtig einem das eigene Kind ist.

Und wenn ich mich an meine eigene Kindheit erinnere, dann war ich immer erst geschockt und evtl. auch bockig. Aber gerade auch durch Strenge merkte ich, dass meine Eltern mich Lieben. Dass ich Ihnen wichtig bin.

 

Gute Eltern und gute Freunde bieten einem auch die Stirn und hinterfragen einen persönlich und das Handeln. Sie lassen einen nicht ohne weiteres mit dem Dickschädel durch die Wand preschen. Zu einem guten Miteinander gehört auch, dass man miteinander streitet und auch mal zornig aufeinander ist.

 

Was ist Zorn überhaupt? Ist Zorn etwas Schlimmes? Laut Duden bedeutet Zorn:

Heftiger, leidenschaftlicher Unwille über etwas, was jemand als Unrecht empfindet oder was seinen Wünschen zuwiderläuft.

 

Für mich Bedeutet das:

Zorn ist Leidenschaft, eine große Begeisterung.

Zorn ist ein starkes Gefühl.

Zorn ist ein deutlicher Ausdruck von Unmut oder Unzufriedenheit.

Zorn hat nicht das Ziel zu bestrafen, sondern ist vielmehr eine Warnung.

 

Wer kann Zorn empfinden?

Zorn auf eine andere Person kann nur empfunden werden, wenn diese Person wichtig für einen selbst ist.

Auf jemanden der mir egal ist kann ich nicht zornig sein.

 

Wie ist das mit Gott?

Kann Gott Zorn empfinden?

Der Rauswurf aus dem Paradies, die Sintflut, der Untergang von Sodom und Gomorra, die Zerstreuung der Sprachen beim Turmbau zu Babel. Das Alte Testament erzählt immer wieder über den Zorn Gottes. Im heutigen Predigttext wird dieser Zorn Gottes aufgegriffen. Ich lese aus Jesaja 12:

 

1.     Zu der Zeit wirst du sagen: Ich danke dir, HERR, dass du bist zornig gewesen über mich und dein Zorn sich gewendet hat und du mich tröstest.

Die Menschen in der Bibel haben Gott reichlich Gründe für Zorn gegeben. Aber nicht nur die, wir sind alles „nur“ Menschen und geben jeden Tag genügend Grund auf uns zornig zu sein. Wir erfreuen uns an dem Unvermögen von anderen. Wir fügen uns gegenseitig Schmerzen zu. Fördern oder ergeben uns dem Leistungsdruck den die Welt auf uns und unsere Kinder ausübt. Wir reizten die Grenzen der Belastung unsere Körper und unsere Welt aus.

 

Gott hat uns und die Welt geschaffen. Daher kann ich es mir gar nicht anders vorstellen, als dass Gott auch weiterhin auf uns zornig sein kann und wir ihm nicht Gleichgültig werden.

 

Meinen Eltern bin ich für so einige Situationen dankbar, dass sie mir deutlich gemacht haben was bei mir nicht so läuft wie Sie sich das vorgestellt haben.

Aber wenn es nicht gerade um wirklich lebenswichtige Dinge ging haben Sie mir auch Freiheit gelassen. Unabhängig von meiner Entscheidung haben Sie mich geliebt und tun es noch immer.

Genauso ist es auch bei Gott. Er will uns vor Augen führen, dass unser Weg nicht immer der richtige ist und will uns stattdessen auch einen anderen aufzeigen.

Ich möchte deshalb auch gerne Gott für diesen Zorn, für diese Leidenschaft danken. Dafür, dass ich Ihm nicht Gleichgültig bin.

 

Aber Gott bleibt nicht beim Zorn. Er lässt seinen Zorn hinter sich und tröstet uns. Denn Gott will nicht, dass wir uns schlecht fühlen. Er will nicht dass wir uns Vorwürfe machen.

Ganz im Gegenteil – er will uns Trost spenden. Er will uns aufrichten. Verstärkt wird dies durch die nächsten Verse des Predigttextes:

 

2.     Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher und fürchte mich nicht; denn Gott der HERR ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.

3.     Ihr werdet mit Freuden Wasser schöpfen aus den Heilsbrunnen.

4.     Und ihr werdet sagen zu der Zeit: Danket dem HERRN, rufet an seinen Namen! Machet kund unter den Völkern sein Tun, verkündiget, wie sein Name so hoch ist!

5.     Lobsinget dem HERRN, denn er hat sich herrlich bewiesen. Solches sei kund in allen Landen!

6.     Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!

 

Gott möchte, dass ich mich sicher fühle.

Gott möchte, dass ich mich nicht fürchte.

Gott möchte, dass ich körperlich und geistig gesund bin.

 

Kennen Sie diese Gefühle?

Ich ja, genau das fühle ich auch für meine Kinder.

 

Wenn ich Gottes Liebe spüre, in der Sicherheit, in dem Heil und der Stärke die er mir gibt, aber auch in dem Zorn, dann möchte ich auch von dem Gott erzählen und singen, der sich so für mich ereifert.

 

Im nächsten gemeinsamen Lied heißt es in der vierten Strophe:

            Ich lief verirrt und war verblendet,

            ich suchte Dich und fand Dich nicht;

            ich hatte mich von Dir gewendet

            und liebte das geschaffne Licht.

            Nun aber ists durch Dich geschehn;

            dass ich Dich hab ersehn.

 

Jeder von uns verläuft sich auch mal in den Irrwegen des Lebens.

Jeder wird Situationen haben in denen man sich nicht mehr zurecht findet.

Nicht weiß wo vorn und wo hinten ist.

Vor einem Berg Arbeit sitzt und nicht weiß wo man anfangen soll.

 

In diesen Situationen ist Gott bei uns und schaut uns über die Schulter. Evtl. stellt er uns auch die Frage, ob das alles so richtig ist was wir tun. Ob wir uns nicht übernommen haben. Aber er tut das, nicht um unsere Unzulänglichkeit aufzudecken, sondern damit es uns gut geht. Weil wir ihm wichtig sind!

 

Und das – finde ich, - ist Grund genug den Wochenspruch nochmal zu hören und Ihn aus freiem Willen zu befolgen:

Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98, 1a)

 

In diesem Sinne singen wir ein altes Lied aber mit einer neuen Melodie:

Ich will Dich Lieben, meine Stärke

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

 

AMEN

 

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