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Verlieren muss nicht der Untergang sein Drucken
Von Anja Brandt (22.12.2012)

Eine Geschichte über menschliche Grenzerfahrungen und Freundschaft stand im Mittelpunkt des 23. Literaturgottesdienstes in der Auferstehungskirche.


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Sie trugen zu einem tiefgründigen Literaturgottesdienst bei: v.l. Musikerin Evamaria Keding, Birgit Kuhlmeier, Dirk Schormann, Simone Homburg, Heidi Swietlik, Astrid Mulch, Claudia Sieker, Ute Lindemann-Treude (sitzend), Pfarrer Lars Kunkel und Britta Weber.
Das Leben schreibt viele Geschichten, schöne, traurige, mutige und intensive. Und genau die bildeten das Gerüst des 23. Literaturgottesdienstes der Altstadtgemeinde. Literarische Inspiration war Michael Kleebergs beeindruckender Roman „Das Amerikanische Hospital“.

Schnell waren am Samstag die Bänke in die Auferstehungskirche besetzt. Denn die rund 300 Besucher wollten sich den letzten Literaturgottesdienst in diesem Jahr nicht entgehen lassen. „Ich finde diese Form des Gottesdienstes besonders eindrücklich und nachhaltig“, schwärmt Renate Petersen. Die Mischung scheint anzusprechen, jüngere wie ältere Besucher. Auch diesmal boten das 8-köpfige Literaturgottesdienstteam um Pfarrer Lars Kunkel und die Sängerin Evamaria Keding eine gelungene Synthese aus Lesung, Predigt und Musik. Pointiert und einfühlsam lasen Claudia Sieker, Heidi Swietlik, Simone Homburg, Ute Lindemann-Treude, Britta Weber, Birgit Kuhlmeier, Astrid Mulch und Dirk Schormann im Wechsel und brachten so dem gebannten Publikum Lebensbereiche nahe, in die man sonst nur wenig Einblick hat.

Menschliche Grenzerfahrungen und unersetzbare Begegnungen
Zwei auf den ersten Blick ganz unverbundene Geschichten lässt Michael Kleeberg sich hier begegnen: die der Französin namens Hélène, die sich im Amerikanischen Hospital katastrophal scheiternden künstlichen Befruchtungen unterzieht und die des amerikanischen Offiziers David Cote, der durch Erlebnisse im ersten Irakkrieg traumatisiert ist. Sie bilden eine Art Schicksalsgemeinschaft, tauschen sich über ihre jeweiligen Lieblingsgedichte aus und diskutieren leidenschaftlich über den Sinn und Unsinn militärischer Einsätze. Aber vor allem teilen sie ihren Schmerz mit dem Gegenüber. „Sie verstehen einander, weil sie letztlich dasselbe Schicksal haben. Sie haben etwas verloren, aber sie sind keine verlorenen Menschen mehr. Sie haben einen Verlust erlitten, aber sie sind keine Verlierer. Der Verlust ist nicht das Ende. Es kann sogar eine Befreiung sein, den eigenen Verlust annehmen zu können, weil man sich von einem anderen damit angenommen weiß. Und das gemeinsam zu erkennen und zu erleben, das ist der Anfang. Der Beginn eines neuen Lebens“, sagte Pfarrer Lars Kunkel.
Er nahm in seiner bewegenden Predigt die literarischen Gedanken auf und verwob sie mit der Lebensgeschichte Jesu. Auch Jesus ganzes Leben könne man als Schule des Verlierens verstehen, so der Theologe. Im Garten Gethsemane stehe er selbst als Verlierer da und die Hoffnung, als Gottessohn das Schicksal der Welt gewendet zu haben, ist verloren, meint er. „Jesus steht auf der Seite all derer, die sich verloren fühlen, und teilt den Verlust, den wir ganz persönlich erlitten haben. Dass Gott uns so nahe kommt, ist für mich das Größte, das ein Gott seinen Menschen schenken kann. Darum gibt es keinen Menschen, der für Gott verloren ist“, erläutert Pfarrer Lars Kunkel. So könne uns Gott helfen, Stück für Stück zu erkennen, was wir verloren haben.

Wunderbar ging auch Evamaria Keding mit ihrer Musik auf das Buch ein. Sie vertonte eigens für den Abend ein Gedicht von Elisabeth Bishop, über das sich die Romanprotagonisten kennengelernt hatten. „Wenn du fällst, steh am besten wieder auf…die Welt dreht sich immer weiter, es geht immer weiter, du bist nicht allein“ singt sie leidenschaftlich. Mit tollen Melodien, schönem Klavierspiel und einer ausdrucksstarken Stimme trug sie gekonnt zu einem hervorragenden und emotionalen Literaturgottesdienst bei, der sicherlich bei vielen Besuchern lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Predigt finden Sie hier.
 

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