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Über die Abgründe einer Freundschaft Drucken
Von Anja Brandt (28.08.2012)

Literaturgottesdienst der Altstadtgemeinde Bad Oeynhausen bei den Poetischen Quellen trifft auf große Resonanz.

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Sie gestalteten den Literaturgottesdienst auf der Aqua Magica mit einem nachdenklichen Buch über eine gescheiterte Freundschaft: v. l. Beata Checinska (Cello), vordere Reihe Claudia Sieker, Heidi Swietlik, Simone Homburg, hintere Reihe: Valentina Schmidt (Piano), Ute Lindemann-Treude, Britta Weber, Herbert Lindemann, Birgit Kuhlmeier, Astrid Mulch, Pfr. Lars Kunkel und Dirk Schormann.
Ein eindrückliches literarisches wie historisches Zeitdokument präsentierte das 9-köpfige Team um Pfarrer Lars Kunkel beim 22. Literaturgottesdienst im vollbesetzten Zelt auf der Aqua Magica. Angelehnt an das Thema des Internationalen Literaturfestes „Brücken von Mensch zu Mensch“ ging es in dem Gottesdienst um die Abgründe einer Freundschaft.
Das Lebensbuch „Adressat unbekannt“ von der amerikanischen Werbetexterin Kressmann Taylor stand im Zentrum des Literaturgottesdienstes der Altstadtgemeinde am Sonntag. „Es ist ein Buch über Freundschaft und Feindschaft, über Liebe und Hass, Feigheit, Opfer und Täter“, sagte Pfarrer Lars Kunkel zu Beginn. Im Wechsel lasen Dirk Schormann, Herbert Lindemann und Britta Weber Passagen aus dem ergreifenden Briefwechsel zwischen dem Deutschen Martin und dem Juden Max in den Monaten um Hitlers Machtergreifung. Begleitet wurde die Lesung von Beata Checinska am Cello und Valentina Schmidt am E-Piano.


Es ist still im Zelt als Britta Weber vom Literaturgottesdienstteam den ersten Umschlag in Händen hält und die Adresse und den Absender vorliest. Der Empfänger ist Max Eisenstein. Er hat gemeinsam mit seinem deutschen Geschäftspartner und Freund Martin Schulse in San Francisco eine Galerie betrieben. 1932 kehrt Martin mit seiner Familie nach Deutschland zurück. Und dies ist der Beginn einer regelmäßigen Korrespondenz zwischen beiden, die zunächst vergnüglich beginnt im Verlauf aber eine dramatische Wendung nimmt.
Als sich Max Anfang 1933 bei Martin nach „diesem Adolf Hitler“ erkundigt, muss er feststellen, dass sich Martins anfängliche Zweifel an dem neuen Regime schnell zerstreut haben. Beunruhigt von den Meldungen über brutale Übergriffe der Nazis an Juden, bittet Max seinen Freund inständig um Hilfe für seine Schwester Giselle, die als jüdische Schauspielerin in Berlin in Gefahr ist. Sie steht schon wenig später, verfolgt von SA-Leuten, vor Martins Tür und bittet ihn um Schutz. Vor lauter Angst sein Ansehen und seinen Status zu verlieren, weist er seine ehemalige Geliebte ab, die dann in den Fängen der Nazis verstirbt. Daraufhin kommt es zu einem radikalen Bruch zwischen Max und Martin und ihre innige Freundschaft wird zur Feindschaft mit einem tödlichen Ende. Max letzter Brief an Martin kommt ungeöffnet mit dem Vermerk „Adressat unbekannt“ nach San Francisco zurück. Er hat seine Schwester gerächt - mit verklausulierten Briefen an Martin, die den aufstrebenden Nazi, bei der Zensur als jüdischen Kollaborateur erscheinen haben lassen.
Gekonnt und mit viel Einfühlungsvermögen haben Dirk Schormann und Herbert Lindemann den Briefwechsel vorgetragen, und die Betroffenheit, die sich während der Geschichte beim Zuhörer einstellt wurde durch sie beängstigend gut verstärkt. Zum Schluß blieben nur zwei Worte „Adressat unbekannt“, die ihre Wirkung langsam und dann umso wirkungsvoller bei den Gottesdienstbesuchern entfalteten und sie nachdenklich zurück ließen. „Keinem von uns liegt der Gedanke an Rache fern“, sagte Pfarrer Lars Kunkel in seiner Predigt, auch die Bibel beschäftige sich damit. „Was immer Menschen anderen angetan haben, wird bei Gott nicht vergessen oder übersehen. Natürlich muss es auch innerhalb der menschlichen Rechtsordnung Strafen geben dürfen. Es könnte aber ein Königsweg sein, die Rache Gott zu überlassen, der dem Wunsch nach Vergeltung folgt, ohne diese selbst ausüben zu müssen.“


Text und Foto: Anja Brandt

Die Predigt zum Gottesdienst finden Sie hier.

 

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