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Beichte, aber wie Drucken
Von Christian Polenz (16.12.2011)
Jetzt haben wir in diesem Gottesdienst also eine Beichte abgelegt. Manch einer hatte ja vorher schon ein mulmiges Gefühl dabei. Muss ich jetzt vor allen sagen, was ich Schlimmer gemacht habe? Bauen die vielleicht sogar noch einen Beichtstuhl auf? Nein, das haben wir natürlich nicht gemacht. Einen Beichtstuhl gibt es nur in der katholischen Kirche. Dort geht man in kleine Kabine und erzählt dem Pfarrer, welche Sünden man begangen hat. Der fragt dann – so wie wir es gemacht haben – ob man Gott um Vergebung der Sünden bittet.

 

Gerade junge Menschen haben das manchmal als sehr unangenehm empfunden. Eine Freundin hat mir mal erzählt, dass sie vorher Nachdenken muss, was sie denn nun so Schlimmes gemacht hat. Meistens ist ihr da auch gar nicht so viel eingefallen. Sie hat sich immer sehr genau überlegt, was sie dem Pastor überhaupt sagen möchte.  Und manchmal fand sie das auch alles sehr peinlich.

 

Beichte ist aber kein Verhör.

 

Ich verstehe die Beichte so, dass man sich selbst bewusst ist, bzw. bewusst macht, dass man etwas falsch gemacht hat, oder einfach auch eine Sache hätte auch anders und somit auch besser lösen können. Da wir hier ja auch in der Kirche sind, geht es bei der Beichte im Speziellen um die Beziehung zwischen Gott und jedem einzelnen von uns. Ich glaube daran, dass Gott es sehr wichtig ist, das wir mit ihm reden und manchmal sogar streiten. Hierzu gibt es auch viele Beispiele in der Bibel:

 

Im 1. Buch Mose 18, 20-33 kann man lesen, dass Abraham mit Gott um die Gnade für eine ganze Stadt verhandelt.

 

Im Buch Jona ist zu lesen, wie Jona vor Gott flüchtet als er einen Auftrag von Ihm erhält. Und nachher meckert er noch mit Gott.

 

Weiter im 1. Buch Mose, 32, 23ff gibt es sogar einen ordentlichen Kampf zwischen Jakob und Gott.

 

Bishin zu Jesus der uns auffordert mit Gott zu sprechen und uns sogar das Vater Unser mitgibt (Matthäus 6, 9-13).

 

Vor diesem Hintergrund kann man sicherlich leicht verstehen, dass die Beichte keine katholische Sache ist, sondern eher für jeden der Christ ist, für jeden der an Gott glaubt.

 

Aber was ist überhaupt eine Sünde? Muss ich alle meine Sünden beichten, oder gar von vorne davon erzählen?

 

Unter Sünde verstehe ich, das was uns von Gott trennt. Sünde kann man bildlich so erklären: Eine Halbinsel (das bin ich) wird durch Wasser vom Festland (das ist Gott) getrennt. Das Wasser wäre hier. die Sünde. Doch was trennt uns von Gott? Wenn wir vor Ihm weglaufen, oder uns vor ihm versperren. Aber auch wenn wir genau wissen, dass das, was wir tun, Gott nicht möchte.

 

Manchmal wird einem erst im nach hinein klar was an seinem eigenem Handeln nicht gut war, was davon  Gott missfallen könnte. Und da ist es doch super dass wir immer wieder zu Gott kommen dürfen, ihm das beichten können.

 

Doch woher wissen wir überhaupt, was uns von Gott trennen kann?

 

Gott hat uns dafür gute Hinweise gegeben: Die 10 Gebote. Diese Punkte sind Gott sehr wichtig. In diesen 10 Geboten beschreibt Gott wie er es sich vorstellt, dass miteinander zwischen Gott und jedem Einzelnen. Des Weiteren sind sie die Richtschnur für ein funktionierendes Miteinander von uns untereinander.

 

Das Problem ist (so denke ich), dass viele der Gebote falsch interpretiert werden. Hier nur einige Beispiele:

 

Viele meinen z.B. es heißt: Du sollst nicht Lügen! Doch in Wirklichkeit heißt das Gebot: Du sollst kein falsch Zeugnis reden, wider Deines Nächsten. Wo ist hier der Unterschied? Das Gebot verbietet z.B. gar keine Lüge sondern warnt davon etwas über jemanden zu sagen, dass falsch ist – und vor allem – die andere Person schadet.

 

Oder: Du sollst Vater und Mutter ehren auf dass es Dir gut gehe. Hier ist das allgemeine Verständnis, dass es um die Beziehung zwischen Eurer Generation und die eurer Eltern, dabei ging/ geht es um die Beziehung um Oma/ Opa und Mama und/ Papa. Es geht darum, dass die Eltern von Ihren Kindern auch geehrt werden, wenn Sie nicht mehr für sich selbst sorgen können.

 

Aber auch, wenn man versucht, sich an die 10 Gebote zu halten, kommt man manchmal in einen Konflikt.

 

bonhoeffer.jpgMit den Konfirmanden haben wir einen Film über das Leben von Dietrich Bonhoeffer gesehen.  Bonhoeffer lebte mitten im zweiten Weltkrieg und er musste einsehen, dass man als Christ manchmal gegen die Gebote verstoßen muss.

 

Im Film "der letzte Schritt" über das Leben von Dietrich Bonhoeffer gibt es gerade zu solchen Fragen gute Gedankenanstöße. Dietrich Bonhoeffer sagt:

 

Schlimmer ist es, wenn ein Lügner die Wahrheit sagt, als wenn ein Freund der Wahrheit lügt.

 

Vielleicht erwartet es auch Gott, dass man gegen die Gebote verstößt. Im Film kam auch das Beispiel hierzu:

Ein Schüler wird vor versammelter Klasse von seinem Lehrer gedemütigt und auf den Alkoholiker-Vater angesprochen. Der Schüler erwidert nur, dass sein Vater kein Alkoholiker ist. Ist hier der Schüler, der sein Vater (mit einer Lüge) beisteht oder der Lehrer, der die Wahrheit sagt aber damit den Schüler sehr verletzt, der größere Sünder?

 

Oder denkt mal an das ganz aktuelle Beispiel. Osama bin Laden wurde getötet. Zwar war Osama bin Laden ein schlimmer Verbrecher und vielleicht gab es wirklich keinen anderen Ausweg, als ihn zu töten. Und doch bleibt die Tötung eines Menschen ein Verstoß gegen das Gebot Gottes. Die Tötung eines Menschen kann daher für einen Christen nie ein Grund zur Freude sein.

 

So hat das auch Bonhoeffer gesehen, als er von einem Attentat auf Hitler erfahren hat. Einerseits wusste er, dass man keinen Menschen töten darf, andererseits meinte er, dass Hitler zu töten vielleicht ein Ausweg gewesen wäre, um vielen Menschen das Leben zu retten. Darum hat er gesagt: 
 

                Die Sünde zu vermeiden kann die größte Schuld sein.

 

Vielleicht denkt ihr jetzt wie die Maria aus dem Film: Ethik? – Bäääh.

 

Aber es ist wichtig zu verstehen, dass Menschen manchmal zwischen zwei Wegen wählen müssen, von denen keiner ganz richtig ist. Manchmal muss man Lügen, um einer guten Sache zu dienen. Und man muss auch nicht um jeden Preis seine Eltern ehren.

 

Und manchmal verstößt man auch gegen Gottes Willen, weil man einfach nicht anders kann. Die Sünde kann man nicht vermeiden, aber das muss man auch nicht.

 

Also ich muss sagen, wenn wir einen gerechten Gott hätten, dann käme niemand von uns in den Himmel. Aber ich persönlich glaube nicht an einen gerechten Gott. Ich glaube an einen gnädigen Gott. Der gnädige Gott, der durch Jesus Christus die schwierigsten Situationen durch gemacht hat und sogar für seine Überzeugung an das Kreuz gegangen ist und einen schmerzvollen Tod erlitten hat. In diesen Tod hat er alle unsere Sünden mitgenommen und ist nicht dabei geblieben, sondern er ist wieder auferstanden. Durch den Henkerstod am Kreuz von Jesus Christus, der ohne Sünde war ist jedem einzelnen von uns – der dieses Geschenk annehmen möchte – die Sünde vergeben.

 

Wichtig hierbei ist allerdings auch zu verstehen, dass wir nicht ohne weiteres Sündigen sollen. Gottes größter Wunsch ist es, dass wir Menschen vernünftig miteinander leben und dass wir die Beziehung zu Gott aufrechterhalten. Damit dieses miteinander funktioniert, sollte man sich an die Gebote halten. Wenn wir ehrlich und vom Herzen her an Gott glauben und an die Auferstehung von Jesus Christus, dann werden dies vielleicht ganz von selbst tun. 

Trotzdem: Bei Gott dürfen wir immer darauf hoffen, dass er uns – aus seiner Gnade heraus – vergibt. Das, was wir uns selbst und andere uns verzeihen können. Aber auch das, was wir uns und andere uns nicht verzeihen können. Damit wir uns immer wieder seiner großen Gnade bewusst werden können und immer wieder dran erinnert werden lädt Gott uns alle an seinen Tisch, wir sind seine Gäste und dass dürfen wir gleich im Abendmahl spüren.

 

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