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Religion trifft Literatur Drucken
Von Anja Brandt (30.08.2010)

Denkanstöße über die Vergänglichkeit des Lebens

15. Literaturgottesdienst

100830_literaturgottesdienst_web.jpgDer letzte Tag des Literaturfestes „Poetische Quellen“ begann mit einem ausdrucksstarken Gottesdienst gestaltet vom Literaturgottesdienstteam der Altstadtgemeinde. Im Mittelpunkt stand der Roman „Fiesta“ von Ernest Hemingway. „Was bleibt uns übrig, wenn wir erkennen müssen, dass alles vergänglich ist?“ Um diese Frage kreiste der gut besuchte Literaturgottesdienst im Zelt auf der Aqua Magica. Bereits zum dritten Mal fand er im Rahmen des Internationalen Literaturfestes „Poetische Quellen“ statt.

„Das ist schon eine kleine Tradition“, sagte Pfarrer Lars Kunkel und bedankte sich bei dem Veranstalter Michael Scholz, der die Gemeinde sogleich einlud, auch im nächsten Jahr wieder dabei zu sein. Die sieben ehrenamtlichen Mitarbeiter um Pfarrer Lars Kunkel wählten wieder ein Buch mit Tiefgang aus: „Fiesta“ von Ernest Hemingway. Dieses „Lebensbuch“ beinhaltet geradezu die Aufforderung über die Vergänglichkeit des Seins nachzudenken.

Im Wechsel lasen Ute Lindemann-Treude, Heidi Swietlik, Dirk Schormann, Claudia Sieker, Herbert Lindemann, Birgit Kuhlmeier und Astrid Mulch Passagen aus dem Buch. Intensiv hatte sich die Gruppe wochenlang mit dem Text auseinandergesetzt, um im Gottesdienst die inhaltliche Essenz äußerst pointiert und gekonnt vorzutragen. Vervollkommnt wurde die Lesung durch den Jazzpianisten und Komponisten Andy Mokrus. Er überzeugte mit sensiblen, klangvollen Eigenkompositionen, die durchdrungen waren von Elementen aus der spanischen Musik, aus dem Jazz und aus der Klassik.

Zwischen Rausch und Einsamkeit

„Fiesta“ ist der erste größere Roman von Ernest Hemingway, der 1926 unter dem englischen Titel „the sun also rises“ erschien. Darin beschreibt er das Porträt einer vom ersten Weltkrieg gezeichneten Gesellschaft im Paris der zwanziger Jahre. Seine Protagonisten Jack, Brett und Bill sind heimatlos, haltlos und deprimiert. Obwohl sie sich nach Liebe sehnen, sind sie zu einer dauernden Beziehung unfähig - weil sie süchtig nach dem Leben sind und Leben bedeutet für sie in erster Linie Abwechslung und die Gier nach immer neuen Eindrücken. Sie versuchen ihre innerliche Zerrissenheit mit Alkohol zu betäuben und fahren zum Stierkampf nach Pamplona. Gezeigt werden in diesem Buch die Gegensätze zwischen einer entgleisten, exzessiven und einer naturverbundenen, gläubigen Lebensweise.

Hemingways subtile Dialoge machen die ganze Verzweiflung hinter dem scheinbar frivolen Lebensstil deutlich, erläutert Pfarrer Lars Kunkel in seiner Predigt. Hemingway illustriere das Predigerwort "die Erde bleibt aber ewiglich" von Salomo. Angesichts der Unvergänglichkeit der Erde erkenne der Mensch seine eigene Vergänglichkeit. „Es ist keine Fiesta, die dort gefeiert wird, sondern der Rausch trauriger, einsamer Menschen, die die Liebe nicht aushalten“, analysiert der Theologe treffend. Die Fiesta sei das Symbol „einer vergänglichen Spaßgesellschaft, die um die Sinnlosigkeit kämpft. Sie können nicht in die Tiefe gehen“. Der Schriftsteller und seine Hauptdarsteller suchten hoffnungslos nach Sinn und Halt in einer Welt, die keine Orientierung mehr bot und vom Verlust der Werte gekennzeichnet war. Und so klingt Hemingways Satz „Unser Leben ist zu kurz, lasst uns genießen, glauben, Dank sagen“ wie ein Glaubensbekenntnis. Und das Fazit von Pfarrer Lars Kunkel lautete: „Nur der, der sein Leben nicht wegwirft, hat die Möglichkeit es zu gestalten“.
 

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