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Gelungener Abschluss einer Ausstellung Drucken
Von Sandra C. Siegemind (22.06.2010)

Orgelmusik und Lesungen begeisterten Publikum

 

100621_finissage_web.jpgEin farbenfrohes musikalisches und literarisches Programm bot die Finissage der Ausstellung „durch blicke“ des Kunstateliers des Wittekindshofes in der Bad Oeynhausener Auferstehungskirche. Harald Sieger, Kantor an der Auferstehungskirche, und Burkhard Hedtmann, Autor aus Minden und zugleich Lehrer am Wittekindshof, gestalteten eine kurzweilige Stunde voller überraschender Einblicke, denen die zahlreichen Zuhörer aufmerksam lauschten.


Bereits das erste Musikstück, eine „Fantasie für Orgel“ des romantischen Komponisten Richard Julius Voigtmann über den Choral „Nun danket alle Gott“, bot Anklänge an den Ausstellungstitel - die Choralmelodie blickte immer wieder durch die stimmungsvollen Motive durch. Weitere klangliche Facetten der Königin der Instrumente bot ein Trio über den Choral „Allein Gott in der Höh' sei Ehr“ aus der Orgelmesse von Johann Sebastian Bach, bei dem Harald Sieger wieder einmal seine Fingerfertigkeit unter Beweis stellte.

Burkhard Hedtmann las eigene Texte aus seinen Werken. Neben seiner variablen Stimme setzte er auch wohldosierte Gestik und Mimik ein, um das Vorgetragene zu unterstreichen. Gefühlvoll trug er nachdenkliche Prosa vor. So erklangen und verklangen Töne, Worte und Menschen, aber sie alle „klingen nach, manchmal noch lange“. In seiner Beobachtung des Wettlaufs einer multikulturellen Schulklasse ließ er den Wunsch wohl vieler Menschen durchblicken, dass „wenn gar nichts mehr läuft, eine Stimme von irgendwoher deinen Namen ruft und dir sagt, dass sie an dich glaubt … von mir aus auch geflüstert.“ In „Was bleibt“ machte Burkhard Hedtmann deutlich, dass nicht unbegrenzt Zeit sei, um eigene Lebensträume zu verwirklichen und man sich die Zeit nehmen solle, ab und an die schönsten Momente des Lebens Revue passieren zu lassen. Mit der Bilanzfrage kam er zur Erkenntnis, „dass am Ende nur die Liebe bleibt.“

Harald Siegers spritzige Improvisation über den Choral „Wie groß ist des Allmächtgen Güte“ von Christian Fürchtegott Gellert wurde spontan „irisch beeinflusst“, wie er schmunzelnd erklärte. Passend zu der vorher von Burkhard Hedtmann gelesenen Begebenheit bei einer Silberhochzeit in Irland ließ er spontan Anklänge an das Volkslied „Auld lang syne“ einfließen. Mit Thomas Rieglers moderner Choralbearbeitung zu „Müde bin ich, geh zur Ruh“endete die musikalisch-literarische Finissage.

Zum Ausklang erinnerte Pfarrer Lars Kunkel an die Ausstellungseröffnung am Pfingstsonntag, wo „Gottes schöpferischer und verbindender Geist“ gefeiert wurde. Er dankte Gott und allen an diesem faszinierenden Projekt Beteiligten und betonte zum Abschluss: „Die Bilder werden abgehängt, aber Eindrücke und Erinnerungen bleiben in unseren Herzen hängen.“

 

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