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Roland Nachtigäller: Durch Kunst das Andere entdecken |
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Von Anke Marholdt (05.06.2010)
Wittekindshofer Kunstausstellung in der Bad Oeynhausener Auferstehungskirche
Für Uwe Jauch, der im Wittekindshofer Kunstatelier malt und seinen Arbeitsplatz hat, war es eine besondere Ehre mit Roland Nachtigäller, dem Künstlerischen Direktor des MARTa Her-ford über seine Kunstwerke zu sprechen.
"Kunst ist immer Begegnung mit dem Anderen, dem Anderen in mir oder dem Anderen außerhalb von mir", erklärte Roland Nachtigäller, Künstlerischer Direktor des MARTa Herford anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „durch blicke" in der Bad Oeynhausener Auferstehungskirche. „Kunst ist nicht immer schön und soll nicht immer schön sein", betonte Roland Nachtigäller. Er verwies darauf, dass Kunst eine Sprache für das sei, was man nicht mit Worten sagen könne, weil bekanntlich nicht alles in Worte gefasst werden könne, was der Mensch in sich trägt oder erlebt. Ausdrücklich betonte der künstlerische Direktor des MARTa, das dies für Kunst gelte, unabhängig davon, ob sie in einem therapeutischen Zusammenhang, bei der Berufsausübung oder in der Freizeit entstanden sei. Beeindruckt von den 97 Kunstwerken aus dem Wittekindshofer Kunstatelier und der Kunsttherapie forderte er dazu auf, Kategorisierungen zu unterlassen. Entscheidend sei nicht, ob ein Werk von einem Künstler mit oder ohne Behinderung stamme, sondern die Aussagekraft des Werkes durch Farben, Formen und die Gesamtkomposition.
Der Wittekindshofer Vorstandssprecher Pfarrer Professor Dr. Dierk Starnitzke hatte zuvor in der Predigt des Festgottesdienstes darauf hingewiesen, dass jeder Beobachter von Kunstwerken auf eigene Weise kreativ und inspiriert sei und seine Deutung und Sicht in die Werke interpretiere. Ein ähnlicher Prozess geschehe auch durch den Künstler. Bezogen auf die in der Auferstehungskirche unter dem Titel „durch blicke" ausgestellten Kunstwerke, auf denen häufig Menschen zu sehen seien, erklärte der Wittekindshofer Vorstandssprecher: „Unter dem aufmerksamen und lieben Blick des Künstlers verwandeln sich die gemalten Menschen. Sie werden in einen größeren Kontext gestellt. Der Künstler, die Künstlerin durchschauen, „durch-blicken", das vordergründige Gesicht des Menschen. Sie ordnen ihn ein in einen größeren Zusammenhang, arbeiten Facetten heraus, die der oberflächliche Betrachter nicht sehen kann, betrachten ihn in der Tiefe." Dadurch könne beim Betrachter der Kunstwerke der Blick für eine andere Welt geöffnet werden und die Schönheit der Menschen sichtbar werden, die die Werke geschaffen haben. „Wir verstehen, dass sie Künstler sind mit reichen Begabungen, manche unscheinbar und unbekannt, andere schon preisgekrönt auf großen Ausstellungen und Wettbewerben", so der Wittekindshofer Vorstandssprecher.
Die Vernissage, für die Ehrenamtliche schon in den frühen Morgenstunden unzählige Canapés vorbereitet hatten, nutzen viele Gäste für einen ausführlichen Rundgang in der Ausstellung und zum direkten Gespräch mit den Künstlern. Die Gäste unter denen sich unter anderem auch Besucher aus Süddeutschland, dem Ruhrgebiet und Berlin befanden lobten immer wieder die Ausdruckskraft der Kunstwerke und die große Vielfalt der Themen und Darstellungsformen. Fasziniert, weil sie ein berühmtes Werk beispielsweise von Paula ModersohnBecker in der Auferstehungskirche entdeckt hatten, blieben Gäste auch längere Zeit vor einem der Kunstwerke stehen, um die Neuinterpretation auf sich wirken zu lassen. Andere lobten die große Treue, mit der verschiedene Künstler scheinbar immer wieder das gleiche Thema oder Motiv dargestellt, aber dabei markante Veränderungen in der Farbwahl oder der Komposition des Werkes vorgenommen haben. Auf besonderes Interesse stießen die Werke von Uwe Jauch, der in vier ausgestellten Werken bekannte biblische Themen unter anderem mit Stilelemente von Friedensreich Hundertwasser dargestellt hat.
Die Kunstausstellung „durch blicke" ist noch bis 20. Juni täglich von 9 bis 18 Uhr in der Bad Oeynhausener Auferstehungskirche am Kurpark zu sehen. Gezeigt werden 97 zum Teil großformatige Kunstwerke von 19 Künstlerinnen und Künstlern im Altern von 18 bis 81 Jahren, die im Wittekindshofer Kunstatelier oder in der Kunsttherapie entstanden sind. Die Ausstellung ist eine Kooperationsveranstaltung der Ev. Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt, von KuK! Kirche und Kultur im Kirchenkreis Vlotho und der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Der Eintritt ist frei.
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Losungen |
Donnerstag, 09. September 2010
Die dein Heil lieben, lass allewege sagen: Hoch gelobt sei Gott!
Auf alle Gottesverheißungen ist in Jesus Christus das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.
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