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Geheimnisvolles Abendmahl Drucken
Von Lars Kunkel (17.04.2010)

Predigt zum Beicht- und Abendmahlgottesdienst 2010

abendmahl_leonardo.jpgLiebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, liebe Eltern, Verwandte und Freunde, liebe Gemeinde! Wir zeigen euch ein Bild, das bestimmt viele kennen. Habt ihr es erkannt? Richtig! Das Bild zeigt das letzte Abendmahl und stammt von dem berühmten Künstler Leonardo da Vinci. Das Bild ist 1498 entstanden und so bekannt geworden, dass wir alle uns inzwischen wahrscheinlich das Abendmahl so oder so ähnlich vorstellen.

Eigentlich weiß ja niemand so genau, wie es wirklich war. Fotos konnte man zur Zeit Jesu ja noch nicht machen. Keiner, der dabei war, hat hinterher etwas gezeichnet. Und so haben die Menschen ihre Phantasie benutzt und sich vorgestellt, wie es gewesen sein könnte. Und so hat der berühmte Leonardo da Vinci sein Bild gemalt. Auch dieses Bild hat Menschen immer wieder Rätsel aufgeben. Und manche Geschichte wurde um dieses Bild gesponnen. Vielleicht kennt ihr das Buch „Das Sakrileg" von Dan Brown oder den Film „Der da Vinci Code".

Die Geschichte ist schnell erzählt. Im Mittelalter kam die Idee auf, dass es einen geheimen Gral gibt, eine Art Kelch, der Heil und ewiges Leben schenkt. Bei Dan Brown gibt es einen Forscher, der meint, dass der Gral kein Kelch ist, sondern die Nachkommen von Jesus, der mit Maria Magdalena eine Tochter gehabt haben soll. Dan Brown meint, dass der Jünger auf der linken Seite neben Jesus in Wirklichkeit eine Frau ist, die so gemalt ist, als ob sie sich an Seite anlehnen würde. In einer Projektion wird das im Film von dem Forscher gezeigt.

(Projektion 1)

Außerdem meint er, dass durch die Art, wie der Jünger und Jesus auf dem Bild zusammensitzen, eine Kelchform entsteht.

(Projektion 2)

Und angeblich soll die Kirche dieses Geheimnis immer vertuscht haben. So spannend solche Theorien sind: Ich glaube, sie stimmen nicht. Die Bibel ist ja viel älter als das Bild von da Vinci und da wird nichts von einer Liebesbeziehung Jesu zu einer Frau berichtet. Im Mittelalter wurden Männer manchmal mit weiblichen Zügen gemalt, weil das einem Schönheitsideal entsprach. Der Jünger, der sich da anlehnt, soll weibliche Züge getragen haben, also ein weiches Gesicht und keinen Bart gehabt haben. Und so etwas kommt ja vor. Und dass die Jünger da so komisch sitzen hat einen anderen Grund. Sie haben gerade von Jesus erfahren, dass einer von ihnen Jesus verraten wird. Und jetzt sind die Jünger ganz aufgeregt. Sie stecken in kleinen Grüppchen die Köpfe zusammen und reden aufgeregt. Andere sind verzweifelt und traurig.

Trotzdem hat das Abendmahl etwas sehr Geheimnisvolles, weil Jesus es geschafft hat, so unterschiedliche Menschen zu seinen Freunden zu machen und sie zusammen an einen Tisch zu bringen. Da waren stille und sehr aufbrausende Männer dabei. Handwerker und Denker, ältere und jüngere Menschen mit ganz unterschiedlichen Temperamenten. Manche waren Ausgestoßene und andere sehr fromme Leute. Und Jesus schafft es, sie alle an einen Tisch zu bekommen und mit ihnen zu essen und zu trinken.

Das ist für mich ein wirkliches Wunder und Geheimnis. Vielleicht konnten die Leute an einem Tisch zusammensitzen, weil jeder von ihnen gespürt hat, dass Jesus sie liebt und annimmt, so wie sie sind. Und die Jünger wussten auch, dass Jesus die Kraft hat, die Sünden im Namen Gottes zu vergeben. So konnten sie alles hinter sich lassen, was sie bedrückt hat. Sie konnten sich wieder ins Gesicht sehen und auch die anderen annehmen.

Wenn ich das Bild von da Vinci so vor mir sehe, denke ich manchmal auch an unsere Konfirmandenzeit zurück. Da gab es auch immer Grüppchen und es war nicht immer einfach, wirklich gemeinsam als Gruppe etwas zu machen. Im Grunde ist das ganz normal, denn ihr seid ja auch ganz unterschiedliche Menschen, die in einer Konfirmandengruppe zusammengewürfelt wurden.

Doch im Laufe der Zeit hat sich manches bei euch verändert. Ich denke noch ganz besonders gerne an unseren Gottesdienst zurück, den wir auf dem Hof Quest gefeiert haben. Jeder hat etwas dazu beigetragen, dass es ein schöner Gottesdienst wurde. Einige haben das Brot gebacken, andere den Altar hergerichtet. Einige haben Lieder ausgesucht oder Gebete geschrieben. Und in dem Moment, als wir dann gemeinsam Brot und Saft geteilt haben, war das eine ganz besondere Stimmung. Es war ganz ruhig und feierlich, und in diesem Moment haben wir gespürt, dass wir zusammengehören. Das ist sehr wunderbar und geheimnisvoll.

Aber das Abendmahl hat noch ein zweites Geheimnis.

 Als Jesu mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert hat, hat er seinen Jüngern gesagt, dass, auch wenn er gestorben sei, die Jünger und alle, die später Christen werden würden, auch weiterhin dieses gemeinsame Mahl feiern sollten. Nicht nur, um sich an Jesus zu erinnern.

Er versprach seinen Jüngern sogar, dass er bei diesem Abendmahl auf geheimnisvolle Weise bei ihnen sein würde, wenn sie in Zukunft gemeinsam Brot und Wein teilen würden. Niemand kann genau erklären, wie das geht. Wir essen Brot und trinken Wein, aber wir glauben und erfahren, dass Jesus dabei ist.

Generationen von Menschen sind durch das Abendmahl gestärkt und verbunden worden. Sie kamen traurig oder wütend, einsam oder dankbar zum Abendmahl und haben gespürt, dass durch Gottes Nähe alles anders werden kann.

Sicher auch, weil sie vor dem Abendmahl Gott sagen, was sie auf dem Herzen haben und was sie drückt. Beichte nennen wir das, wenn wir sagen, wo wir Fehler gemacht haben und uns geirrt haben, wo wir anderen weh getan haben. Und wir sagen Gott auch, wo wir uns von ihm getrennt haben. Was ausgesprochen ist, auch in Gedanken und Gebeten, das lässt uns los, weil Gott es wegnimmt.  Das vertrauen wir Gott an und können dann ganz erleichtert zum Abendmahl gehen. Dass Gott uns befreit, ist das dritte Geheimnis des Abendmahls.

Diese drei Geheimnisse, nämlich, dass Menschen zusammenkommen, dass Jesus im Abendmahl bei uns ist und dass Gott uns unsere Lasten abnimmt, diese drei Geheimnisse sind der Jesus Code, das Gottesgeheimnis, das für mich noch viel spannender ist als die Ideen von Dan Brown aus dem „Da Vinci Code".

Denn das Abendmahl zeigt spürbar Wirkung. Das Geheimnis wirkt sich auf uns aus und verändert uns Leben. Wir werden zu anderen Menschen. Ein Buch ist irgendwann gelesen und ein Film zu Ende geschaut. Das Abendmahl geht weiter. Ihr dürft jetzt immer zum Abendmahl gehen und in das Geheimnis Gottes und das Wunder des Abendmahles eintauchen. Und dort immer wieder aufs Neue spüren, was Gott uns schenkt.

Und der Friede Gottes, der höher steht als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

 

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