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Von Ehre und Würde des Menschen Drucken
Von Monika Stockhausen (06.12.2009)

Literaturgottesdienst zu „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ in der Auferstehungskirche

gruppe.jpgMit der Erzählung „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“  von Heinrich Böll stand ein bereits klassisch gewordenes Werk des 20. Jahrhunderts im Zentrum des 12. Literaturgottesdienstes in der Auferstehungskirche. In einer sehr dichten und spannenden Darstellung durch das Gottesdienst-Team erfuhr die Dichtung des Kölner Literaturnobelpreisträgers eine Deutung, die sie aus der Bezogenheit auf die 70er Jahre löste und zu einer universal gültigen literarischen Stellungnahme für den Schutz der Würde des Menschen machte.
In Bölls Erzählung geht es um die redaktionellen Praktiken eines Massenblatts, das skrupellos Informationen über Katharina Blum, eine  zu Unrecht als Mitglied einer linksradikalen Terroristengruppe verdächtigte 27-jährige Hausangestellte, zusammenträgt und veröffentlicht, dabei nicht vor Verdrehungen und hetzerischer Meinungsmache zurückschreckt und auf diese Weise die bürgerliche Existenz des Opfers zerstört. Die Erzählung handelt auch von Polizeibeamten und Staatsanwälten, die das Privatleben einer wehrlosen Verdächtigen respekt- und rücksichtslos durchleuchten. Auf die entwürdigende Behandlung und das übermächtige System reagiert das Opfer anfangs mit Fassungslosigkeit, am Ende mit verzweifelter Gegengewalt.


Vor dem Hintergrund der Hysterie über den Terrorismus der RAF protestierte der Autor  1974 mit diesem Werk gegen den Menschen verachtenden Sensationsjournalismus und nicht zuletzt gegen den Missbrauch der Staatsgewalt sowie die korrumpierenden Verflechtungen zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Medien, Polizei und Rechtsprechung.
Das Team des Literaturgottesdienstes ließ das Geschehen der Erzählung mit verschiedenen Mitteln lebendig werden: Neben den sehr konzentriert gestalteten Lesungen verdeutlichte eine Klangcollage aller Mitwirkenden das Entstehen eines verleumderischen Gerüchts; das Einfüllen von verschmutztem Wasser in ein Gefäß war eine gelungene bildliche Chiffre für das Herabsetzen des Ansehens einer Person.
In seiner Predigt stellte Pfarrer Lars Kunkel die Verbindung der Ehre zur Würde des Menschen her, die ihm von Gott gegeben ist. Jesus habe die Bewahrung der Würde jedes Menschen, auch des Menschen, der am Rande der Gesellschaft lebte, zum Inhalt seines Lebens gemacht: „Der König der Ehre, der in Jerusalem eingezogen ist, hat auch die Schande auf sich genommen, am Kreuz verspottet zu werden“, so der Theologe. Gott sei daher allen denen nahe, die entehrt sind. Gleichzeitig plädierte Pfarrer Kunkel eine Kultur der Ehre, denn jeder Mensch sei von Gott geschaffen und als sein Ebenbild von ihm geliebt und geehrt.
Am Klavier bot Martin Schmidt mit eigenen Kompositionen und mit Stücken von Keith Jarrett immer wieder Gelegenheit, über die Texte in den Lesungen weiter nachzudenken.
Bildunterschrift
Das Team des Literaturgottesdienstes (vordere Reihe, von links): Heidi Swietlik, Birgit Kuhlmeier, Claudia Sieker, (mittlere Reihe) Ute Lindemann-Treude, Britta Weber, Pfarrer Lars Kunkel, (hintere Reihe): Dirk Schormann, Simone Homburg, Martin Schmidt, Herbert Lindemann, Astrid Mulch. 
Text und Foto: Monika Stockhausen 
 

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