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Tot, aus und vorbei? Drucken
Von Lars Kunkel (12.11.2009)

Predigt zur Thomasmesse 

trauerarbeit.jpgIst mit dem Tod alles aus und vorbei? Ich glaube das nicht. Ich glaube daran, dass es ein ewiges Leben bei Gott gibt. Ich bin mir sogar ganz sicher, dass der Glaube an ein Leben nach dem Tod gute Gründe hat. Aber ich kann Ihnen keine Beweise für ein Leben nach dem Tod geben, so viele sich das auch wünschen.

Selbst eine so eindrückliche Nahtoderfahrung, von der Herr Seeger heute erzählt hat, ist kein Beweis. Es gibt viele Menschen, die ihre ganze Hoffnung auf solche Berichte setzen, weil dieser Sterbemoment mit Licht, Glück und Ruhe verbunden ist. Sollte der Tod am Ende doch schön sein?
Solche Nahtoderfahrungen können wertvoll sein. Sie gehören offensichtlich zum Menschsein dazu. Vielen haben sie die Angst vor dem Sterben genommen. Menschen, die Nahtoderfahrungen gemacht haben, gehen oft gelassener durch das Leben und sehen dem Sterben ruhiger entgegen. Vielleicht sind Nahtoderfahrungen sogar ein Hinweis darauf, dass Gott eine Möglichkeit vorgesehen hat, das Sterben leichter zu machen.

 

Viele andere meinen jedoch, dass solche Nahtoderfahrungen nur ein letzter Energiesturm des sterbenden Gehirns sind. Darüber brauchen heute nicht zu streiten. Denn wie auch immer wir diese Phänomene erklären: Menschen mit solchen Erfahrungen waren nicht tot.
Sie standen an der Schwelle des Todes, die sie selbst aber nicht überschritten haben.
Nahtoderfahrungen können deshalb kein Beweis für ein Leben nach dem Tod sein.  Aber sie als einen rein organischen Vorgang im sterbenden Körper zu erklären, ist auch kein Gegenbeweis für ein Leben nach dem Tod.

Ist mit dem Tod alles aus und vorbei? Was die Antwort so schwierig macht, ist, dass wir über etwas reden und nachdenken, was noch keiner erlebt hat. Keiner, der wirklich tot war, konnte über den Tod berichten.

Alles, was die Grenzen von Zeit und Raum übersteigt, können wir Menschen nicht denken. Wir möchten gerne in diese Bereiche vordringen, die wir Ewigkeit nennen. Und scheitern damit.

Stellen Sie sich für einen Moment den unendlichen Weltraum vor. Sie werden schnell erkennen: Unendlichkeit des Raumes und Ewigkeit können Menschen nicht denken. Die Beweiskraft im naturwissenschaftlichen Sinne funktioniert hier nicht mehr und  kann keine Lösung für die Frage nach der Ewigkeit anbieten.

Alles, was mit dem Tod zu tun hat, entzieht sich uns.
Auch aus diesem Grund gibt es keinen Beweis und keinen Gegenbeweis für ein Leben nach dem Tod. Die Frage, ob es ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht, ist im streng naturwissenschaftlichen Sinne eine offene Frage. Beides ist also möglich.
Darum verlangt die Frage nach einer persönlichen Antwort, nach einer Entscheidung.

Dass es ein Leben nach dem Tod gibt, ist eine Sache des Vertrauens, meint der katholische Theologe Hans Küng. Damit zieht er die Fragestellung auf eine andere Ebene, die uns wirklich weiterbringt.

Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, haben Vertrauen. Vertrauen in das Leben, Vertrauen auf Gott. Sie vertrauen darauf, dass Gott das Leben schenkt und uns auch im Sterben nicht verlässt.

Ein solches Vertrauen zu haben ist, kein bisschen irrational, sondern sehr vernünftig.
Es ist doch nur vollkommen vernünftig zu glauben, dass mein kunstvolles und trotz manchen Leidens auch sinnvolles Leben nicht in einem sinnlosen und absurden Tod endet.

Es ist sehr vernünftig zu glauben, dass all die Leidenden und Zerbrochenen bei Gott doch noch zu ihrem Recht kommen. Es ist wirklich sehr vernünftig zu glauben, dass die Liebe Bestand hat.

Es ist aber vollkommen unvernünftig, nur das für wahr zu halten, was man sieht. Das macht doch keiner!  Wir vertrauen doch auch einem Freund, ohne das Vertrauen wie in einem Experiment zu beweisen. Wir lieben doch auch unsere Kinder, ohne die Liebe zu sehen. Vertrauen und Liebe sind Geschenke und sie sind eine Lebenshaltung, eine Art, das Leben zu leben und die Dinge zu sehen.

Christen sind weder naiv noch unvernünftig. Ganz im Gegenteil: Das Vertrauen der Christen in Gott hat viele Gründe. Die Bibel ist voll von Erfahrungen, in denen Menschen sich auf Gott eingelassen haben.

 Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um das Vertrauen der Menschen auf Gott neu zu stärken. Und wenn Gott sagt: „Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen, Du bist mein!“, so ist dies wie der Ruf eines Vaters nach seinem geliebten Kind. Gott sagt damit: „Du bist mir wichtig“.

Das Leben und Sterben Jesu Christi ist ein einziger großer Liebeserweis Gottes an den Menschen.

Der Apostel Paulus ist aus diesem Vertrauen heraus zu der festen Gewissheit gekommen, dass „nichts uns scheiden kann von der Liebe Gottes.“  Sie ist stärker alles andere. Weiter als die engen Grenzen unseres Verstandes, tiefer und schöner als alles andere, auf das wir bauen können.

Ist mit dem Tod alles aus? Ich glaube nicht. Ich vertraue aus gutem Grund darauf, dass Gottes Liebe Zeit und Raum überschreitet. Dass die Beziehung zwischen Gott und Mensch bestehen bleibt. Dass Gott treu ist und schöpferisch, dass es für ihn keine Grenzen gibt.

Wie es dann nach dem Tod genau aussieht, können wir nicht exakt in Worte fassen. Die Bibel redet daher in Bildern von der Ewigkeit. Ein Samenkorn muss in die Erde fallen und sterben, damit Neues entsteht.
Dieses Bild meint, dass einerseits das Leben nach dem Tod etwas ganz Neues ist. Nicht unser jetziger Körper lebt weiter, sondern ein geistlicher Leib, wie Paulus es nennt.

Das neue Leben wird verglichen mit einem neuen Kleid, das wir anziehen, oder als eine neue Wohnung beschrieben, in die wir einziehen. Für dieses Leben nach dem Tod braucht der Schöpfer der Welt keine Elemente des Körpers.

Das Bild vom Samenkorn zeigt aber auch sehr schön, dass das Leben hier und das Leben bei Gott eine Verbindung haben. Wir sind nicht wie ein Wassertropfen, der sich im Ozean der Ewigkeit auflöst, sondern eher wie eine Raupe, die aus dem Kokon als Schmetterling schlüpfen wird. Ganz anders und doch auch erhalten.

Dort werden wir sicher wohnen und tiefe Geborgenheit empfinden, weil wir nicht mehr getrennt von Gott, vom Grund allen Lebens sind. In diesem Leben nach dem Tod wird Gott alle Tränen abwischen und es wird kein Leid und keine Schmerzen mehr geben. Kein Neid, kein Hass, kein Krieg wird dort mehr sein. Wir werden nicht mehr ewig Umhergetriebene sein, sondern eine himmlische Heimat bei Gott finden.  „Unser Herz ist unruhig, bis es ruht in Dir, o Herr.“

Dieser Glaube ist eine Art zu leben. Eine Entscheidung. Kein Wissen, aber Gewissheit. Nicht beweisbar, und doch vernünftig. Ein Wagnis, aber kein Risiko.
Was können wir schon verlieren?  Mit einem solchen Glauben kann man bewusst und intensiv leben und mit einem solchem Glauben kann man dem Tod getröstet entgegensehen.

Ist mit dem Tod alles aus? Diese Frage muss am Ende jeder für sich selbst beantworten. Ich frage Sie aber: Kann man ohne Vertrauen leben? Ohne Hoffnung, Freundschaft, Liebe?

Wer Vertrauen lernen will, der folge der Sehnsucht seines Herzens. Der nehme die Erfahrungen des Lebens mit offenem Blick und klarem Verstand wahr. Lasst Euch nicht irre machen, weil es keine Beweise gibt. Vertrauen heißt auch, das Nichtwissen auszuhalten und doch eine feste Zuversicht auf das zu haben, was man nicht sieht.
 
Schöner als Paulus kann man diesen Gedanken nicht sagen: „Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.“

Und der Friede Gottes, der höher steht als alle unsere menschliche Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

Kontakt: Pfr. Lars Kunkel

 

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