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Glaube mit Saft und Kraft Drucken
Von Lars Kunkel (08.05.2009)

Predigt zum Sonntag Jubilate

traube.jpgWir könnten auch gehen! Diese Freiheit haben wir. Christsein wird von niemandem verlangt. Der Gottesdienstbesuch ist längst keine Pflicht mehr. Einzig die Konfirmanden meinen zwar manchmal, dass sie dazu gezwungen werden, in den Gottesdienst zu gehen.
 In Wirklichkeit haben sie sich freiwillig zum Unterricht angemeldet. Unser Glaube lässt den Menschen viel Freiheit, denn die Liebe Gottes und Zwang passen nicht zusammen. Wir können gehen oder bleiben bei Gott. Wir sind frei. Doch damit müssen wir umgehen.  

Jesus weiß, dass auch die Jünger Freiheiten haben. Sie können ihm weiter nachfolgen oder andere Wege gehen. Sie können sich selbst entscheiden, aber wie macht man den Jüngern klar, dass nicht jede Entscheidung gut für sie ist? Jesus sieht einen Weinstock. Einige Reben sind abgeknickt, die Äste halb zerbrochen. Sie trocknen aus und verderben. Alle anderen Trauben leuchten in der Sonne, prall, saftig und süß. Jedem würde da das Wasser im Munde zusammenlaufen. „So ist es, wenn ihr ganz nahe bei mir seid“, denkt Jesus. „Ich will euch Appetit darauf machen, bei mir zu sein.“ Und dann erzählt er vom Weinstock und den Reben.
 
Heute sind uns diese Worte als Abschiedsreden Jesu im Johannesevangelium überliefert. Solange Jesus da ist, fällt den Jüngern die Entscheidung zum Dableiben leicht. Aber was wird sein nach seiner Kreuzigung? Und was wird in vielen Jahren sein, wenn bei den Christen das Feuer der ersten Zeit verglüht ist und langsam zur Asche der Gewohnheit zerfällt?

2000 Jahre später. Das Christentum ist inzwischen eine Weltreligion geworden. Also sind viele geblieben am Weinstock und sogar Millionen dazugekommen. Doch wie kraftvoll und saftig sind die Reben wirklich?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum wir die Verbindung zu Gott abreißen lassen: Viele Menschen sind erschöpft und meinen, keine Kraft mehr zu haben für den Gottesdienst und das Gebet. Das klingt so, als ob man zu hungrig ist, um zu essen. Kann man denn wirklich zu kraftlos sein, dass man zu schwach wird, um an der Kraftquelle zu bleiben? Man wird so jedenfalls bald wie eine trockene Traube auf dem Obstteller. 


Andere sagen, dass sie viel zu viel anderes zu tun haben. Sie verlieren sich in tausend Möglichkeiten und Aktivitäten, und am Ende kommt nichts dabei heraus außer dem Gefühl, ausgebrannt zu sein. Sie sind wie die Reben, die verbrennen. Statt an das Brennen im Höllenfeuer sollte man heute viel treffenden an ein Burnout (ein Ausgebranntsein) denken. Diese permanente Überforderung, durch die Menschen  zerrieben werden, führt dazu, dass die Reben ebenfalls austrocknen.

Dagegen setzt Jesus das Bild vom Weinstock und sagt: „Ohne mich könnt ihr nichts tun. Bleibt in mir und ich in euch, dann werdet ihr viel Frucht bringen!“.  Die Rebe kann nur am Weinstock Frucht bringen. Wer mit der Quelle verbunden bleibt, wird Kraft in sich spüren.

Eigentlich ist dieses Bild sehr schön, aber es kann auch Angst machen, wenn die Rede ist von Reben, die keine Frucht bringen und deshalb aussortiert werden. Denn die Frage drängt sich auf, ob mein Glaube groß genug ist und ich genug Frucht bringe. Wenn Jesus uns durch Druck und Angst zum Dabeibleiben zwänge, ich würde dann lieber gehen. Diese Freiheit hätte ich ja. Wenn Jesus so wäre, würde aus dem Weinstock kein Saft, sondern Gift fließen.
Doch Jesus macht den Menschen keine Angst, um sie zum Dableiben zu zwingen. Angst braucht niemand zu haben vor Gott.

Jesus setzt uns nicht unter Druck, sondern sagt: „Ihr seid schon rein, um des Wortes willen, das ich euch gesagt habe!“ Ihr habt das Evangelium gehört. Ihr seid guteReben am Weinstock des Herrn, wenn ihr bei mir bleibt und glaubt. Ihr seid schon jetzt gute Reben. „Was, ich?“ Ich kann das gar nicht glauben, dass Jesus mich damit meint. Doch gerade das ist das Evangelium. Wir sind schon mit Gott verbunden, und er macht uns zu guten Reben. Die Taufe ist der Anfang, hier verbindet sich Gott mit uns. Und wenn wir dann bei ihm bleiben, werden wir mit Kraft erfüllt. „Wer in mir bleibt und ich in ihm, wird gute Früchte bringen“, sagt Jesus. Das ist seine Zusage an uns. Wir müssen nichts tun, außer bleiben. Nichts tun?
Wir Menschen können das fast nicht. Wir müssen immer etwas tun. Und wir verlangen Taten. Wir schauen bei uns und anderen immer zuerst auf die Früchte. Es zählt, was jemand hat und tut, ob er etwas leistet und sich gut darstellen kann. In unserer Leistungs- und Verwertungslogik drehen wir das Bild immer um und behaupten, dass man an den guten Früchten den guten Rebstock erkennt.
Zeig mir deine Früchte und ich sage dir, ob du was taugst. Aber darum geht es Jesus nicht. Es ist sogar vollkommen falsch, wenn behauptet wird, dass gute Taten und Erfolge immer auf eine enge Verbindung zu Jesus schließen lassen. Wir Menschen neigen immer wieder dazu, die Regeln und Gesetze der Welt auch auf den Glauben zu übertragen. Und das ist nicht nur falsch, sondern sogar gefährlich. Denn die meisten Menschen, die mir begegnen, profitieren nicht vom Leistungsdenken, sondern leiden daran. Und die Angst, nicht genügend Früchte zu bringen und zu scheitern, übertragen wir dann auch noch auf den Glauben. Jesus setzt dem etwas entgegen: Bleibt in mir und ich in euch, dann seid ihr in meinem Kraftfeld. Dann werdet ihr von Kraft durchströmt und dann passiert etwas in euch. Darum fordert er seine Jünger auf, in Verbindung zu bleiben. Ist es denn wirklich so schwer, bei Jesus zu bleiben oder zu ihm zu kommen?
Vielen Menschen heute fällt es schwer, Farbe zu bekennen und sich zu entscheiden. Doch vor lauter Abwägen und Prüfen, Nichtentscheiden können und Aufschieben, vertrocknet das Leben. Ist es denn wirklich so schwer, bei Jesus zu bleiben?
Wer sich dafür entscheidet, der braucht ganz gewiss keine Angst davor zu haben, eine falsche Entscheidung getroffen zu haben und nicht mehr zurück zu können. In Jesus zu bleiben, heißt von Saft und Kraft erfüllt zu sein und dann wirklich Frucht zu bringen für andere. Das ist keine Drohung, sondern ein Versprechen und eine Erfahrung, die viele Menschen immer wieder machen. Darum kommen sie in unsere Gottesdienste und in unsere offene Kirche, darum lassen sie sich und ihre Kinder taufen und gehen zum Abendmahl, erzählen davon, wie Gott ihnen Kraft gegeben hat. Jesus lässt uns auch hier wieder viel Freiheit: für kritische Fragen und engagiertes Nachdenken. Keiner wird vereinnahmt oder zu etwas gezwungen.
In Jesus zu bleiben ist deshalb weder ein Kraftakt des Glaubens noch des Verstandes. Es ist eine Entscheidung, die du und ich treffen können. Wir sollten uns nicht damit herausreden, dass der Glaube durch Gott kommt und ein Geschenk ist. Das ist ohnehin klar. Die Kraft für die Reben, das Leben in uns und der Glaube kommen nur von Gott allein. Glaube ist Geschenk, aber wir können trotzdem etwas tun. Denn wird sind frei. Wir können gehen. Oder wir können bleiben an der Quelle des Lebens und Frucht bringen.
AMEN.

Predigt zu Johannes 15,1-8

 

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