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Brannte nicht unser Herz! - Konfirmation 2009 Drucken
Von Lars Kunkel (26.04.2009)

Predigt zur Konfirmation 2009

herzen-1.jpgLiebe Konfirmanden! Erinnert Ihr Euch noch an unser erstes Treffen im Unterricht? „Was, nur sechs Leute?“, sagte einer panisch. „Wie oft komme ich da jetzt pro Stunde dran?“ Da wurde dem einen oder anderen schon etwas heißer  zumute. Die Konfirmandenzeit kann echt anstrengend sein. Ziemlich ins Schwitzen gekommen seid Ihr auch beim Krippenspiel. Sollte da jetzt jeder eine Dreifachrolle spielen? Da konnte einem schon heiß und kalt werden.
Richtig übergesprungen ist der Funke dann aber beim Praktikum im Altenheim. Ihr habt da so mit Feuereifer Rollstühle geschoben, dass manch einer zu spät nach Hause kam. Aber nicht für Euch wurde es manchmal heiß. Mag sein, dass ich auch mal ab und zu ordentlich gekocht habe, wenn unsere ohnehin schon kleine Gruppe durch Fehlzeiten weiter verkleinert wurde. Das hat mein Gemüt manchmal ziemlich erhitzt, so dass ich dem einen oder anderen ein wenig einheizen musste. Und jetzt ist schon der große Tag da, und ich erinnere mich sehr gern an diese kleine und ganz besondere Gruppe. Eines war die Zeit mit Euch nie: langweilig und kühl. Ich habe mich immer gefreut auf die kleine Runde in familiärer Atmosphäre. 

Ob nun Kochen im Kindergottesdienst, der Besuch der Osternacht, im Vorstellungsgottesdient oder bei Eurer echt heißen Prüfung mit echten Bestleistungen: Ihr wart immer mit Leidenschaft dabei. Und ein bisschen Feuer gehört zur Konfirmandenzeit und zum  Glauben einfach dazu.
Davon haben wir heute auch aus der Bibel gehört in der berühmten Erzählung von den Emmausjüngern. Die beiden Jünger sind auf dem Weg nach Emmaus und erzählen einem unbekannten Mann von ihrer Trauer, weil Jesus gestorben ist. Sie erzählen mit Wehmut von den großen Taten Jesu, der zu den Menschen mit der Liebe Gottes kam. Sie erzählen von ihrer Sehnsucht nach ihrem Gott, der ihnen die Sünden vergibt und sie annimmt. Dieser fremde Mann erzählt ihnen aus der Bibel, er erklärt ihnen die Bibel und spricht vom  Glauben. Erst viel später merken sie, dass es Jesus selbst war, der mit ihnen auf dem Weg war. Sie haben ihn erst nicht erkannt, aber sie haben wieder dieses ganz besondere Gefühl gehabt, das den Glauben ausmacht.

Und sie sagen zueinander: „Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns sprach und uns den Sinn der Heiligen Schriften aufschloss?“
Brannte nicht unser Herz … die Jünger spüren ein Feuer in sich, diese Sache mit Jesus lässt sie nicht kalt und unberührt. Glaube hat eben auch mit Gefühlen zu tun.

Natürlich ist Glaube nicht nur ein Gefühl. Es ist ja wohl klar, dass Konfirmanden einiges über den Glauben lernen müssen. Und Ihr wisst nun Bescheid über die „Zehn Gebote“, das Glaubensbekenntnis oder die Entstehung der Bibel. Zum Glauben gehört auch Wissen. Es ist doch nur gut, wenn ein Christ auch weiß, was ein Christ eben wissen muss. Und was das angeht, seid Ihr echt fit.

Aber Glaube ist eben auch viel mehr als Wissen. Glaube ist ein Gefühl von Vertrauen auf Gott, eine Sehnsucht nach Heil und Heilung in unserem Leben, ein Gefühl von Verlässlichkeit, Treue und Geborgenheit.
Für das Wissen kann man etwas tun. Aber Gefühle lassen sich nicht so leicht selbst steuern. Gefühle sind nicht immer gleich und gleich stark. Das wissen alle, die sich einmal verliebt haben. Genauso gibt es auch im Christenleben immer Zeiten, in denen unser Glaube Luftsprünge macht und auf Hochtouren läuft und andere Zeiten, in denen wir unter Gefühlskälte leiden und der Glaube nicht auf Betriebstemperatur läuft.
In solchen Momenten zweifeln wir entweder an Gott oder er lässt uns kalt, weil so vieles andere im Leben wichtiger erscheint. Manchmal sind wir dann selbst unzufrieden mit uns. Und wir spüren die Leere und Kälte in uns.

Doch Glaube und Gefühle kann man beide nicht herbeizaubern. Gerade in solchen kühlen Zeiten ist es wichtig, sich daran zu erinnern, dass Gottes Versprechen an uns immer gilt. Unsere Taufe bleibt immer gültig, und auch an unser „Ja“ in der Konfirmation können wir uns immer erinnern und erinnern lassen. Gott unterliegt, was Dich und mich betrifft, nicht solchen Gefühlsschwankungen wie wir Menschen. Er bleibt uns treu und liebt uns leidenschaftlich. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass er uns Jesus Christus geschenkt hat nach allem, was vorher passiert ist an menschlicher Untreue, und dass er uns immer wieder eine neue Chance gibt, trotz allem, was Menschen sich gegenseitig antun.

Glaube ist aber nicht nur Wissen und Gefühl, Glaube ist auch Erfahrung. Und Ihr, liebe Konfirmanden, habt während der eineinhalb Jahre einiges erfahren:

Wie es ist, im Altenheim für andere da zu sein, und dass ältere Menschen eine ganze Menge geben können und sogar cool sein können.  Ihr habt vielleicht auch erfahren, was es heißt, gemeinsam Gottesdienst zu feiern und zum Beispiel im Kindergottesdienst etwas gemeinsam zu machen. Am meisten aber hoffe ich, dass die Konfirmandenzeit für Euch eine gute Erfahrung war mit der Kirche, mit Gott und seinem Bodenpersonal.

Jetzt bei Eurer Konfirmation seid ihr hoffentlich auch aufgeregt, und das ist gut so.
Es wäre schade, wenn es anders wäre. Gut, dass Ihr noch ein Gespür habt für die besonderen Momente im Leben. Für die Augenblicke, in denen es um etwas ganz Besonderes geht und einem das Herz brennt und die Hände kalt werden. Solche intensiven Gefühle sind ein Zeichen von Leben und dass es heute wirklich um einiges geht. Denn heute werdet Ihr in der Konfirmation sagen, dass Ihr zu Eurer Taufe steht. Auf der Seite Gottes ist das längst klar. Euer Bekenntnis zu Gott kommt heute dazu. 
Es gibt ja kaum etwas Schlimmeres als eine unerwiderte Liebe. Ich stelle mir manchmal vor, dass Gott seine Hand ausstreckt und uns in den Armen nehmen will, aber wir kalt und gefühllos bleiben. Bei Euch, liebe Konfirmanden ist das anders.
Heute an diesem Tag spürt Ihr etwas von diesem ganz besonderen Moment, in dem Gott Euch begegnet. Und wenn Ihr gleich nach vorne kommt, um Euch segnen zu lassen, dann ist das Gottes Segen für Euch, etwas ganz Persönliches und Besonderes.
Liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, bestimmt werdet Ihr gern an diesen Tag Eurer Konfirmation denken, aber was der Pastor da gesagt hat, das vergisst man leicht. Deshalb möchten wir als Gemeinde Euch heute etwas mit auf den Weg geben. Etwas, das Euch erinnern soll an den Satz „Brannte nicht unser Herz in uns?“
Es ist ein Kreuz, das auf den ersten Blick eben nur ein Kreuz ist. Ein Erkennungszeichen der Christen. So ein Kreuz kann man ja auch einfach nur als Schmuck tragen ohne innere Beteiligung und Bedeutung. Aber was nützt ein Kreuz, das man sich einfach nur aus Dekorationsgründen umhängt?!  Doch dieses Kreuz ist grün wie die Hoffnung und etwas Besonderes.  Ihr müsst es selbst mit Leben füllen. Wenn ihr dieses Kreuz tragt, verändert es durch Eure Wärme seine Farbe. Durch Eure Gefühle wird es zu etwas Besonderem. Und das wünsche ich Euch im Besonderen und uns als Gemeinde im Ganzen:
Dass wir unseren Glauben mit Leben füllen. Dass wir nicht bloß kalte und distanzierte Christen sind, sondern mit Feuer und Leidenschaft Christen sind.

Damit andere auch spüren können, was uns erfüllt, was uns Kraft gibt und lebendig macht:
Ein leidenschaftlicher Glaube mit brennendem Herzen, leidenschaftlichen Glauben und einen kühlen Kopf.
AMEN! 
 
Kontakt Pfarrer Kunkel
 

 

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