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Appetit auf mehr Drucken
Von Lars Kunkel (26.04.2009)

Predigt zum Beicht- und Abendmahlsgottesdienst 2009


img_1030.jpgLiebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, liebe Eltern, Verwandte und Freunde, liebe Gemeinde!

Was ist das? Tausende Menschen lieben es. Es hat seit Jahren großen Erfolg. Man isst es meistens im Stehen. Die Qualität ist in jeder Filiale gleich. Zu jedem Menü gehört ein Getränk und keiner wird dabei arm?

Ganz genau: Es geht um das Abendmahl  und nicht etwa um ein Sparmenü bei McDonalds. Wenn man es sich genau überlegt und es etwas auf die Spitze treibt, gibt es schon ein paar Gemeinsamkeiten zwischen einer Oblate und einem Burger. Sehe ich irgendwo ein großes M, weiß ich, da gibt es einen schnellen Imbiss, sehe ich einen goldenen Hahn, weiß ich, da gibt es das Abendmahl. Zwar nicht immer, aber sozusagen regelmäßig. Hunderttausende Menschen nehmen jedes Jahr am Abendmahl teil und freuen sich darauf.

Und in den Kirchenfilialen sorgen die Gemeinden für eine gleichbleibend gute Qualität des Brotes oder der Oblate und des Weines oder Saftes. Und noch etwas verbindet das Abendmahl mit dem Burger: Meistens knurrt einem hinterher immer noch der Magen.
Doch damit bin ich schon am Ende der Gemeinsamkeiten.

Denn das Abendmahl ist kein Fast-Food, auch wenn es oft recht schnell geht. Zum Abendmahl gehe ich nicht mal ebenso zwischen Tür und Angel, sondern ganz bewusst. Im Gottesdienst sehe ich auf dem Altar schon den Kelch und Schalen für die Oblaten, alles noch geheimnisvoll unter einem Tuch verborgen. Und hinterher werden keine Reste einfach in den Container geschoben, sondern kommen sorgsam zurück in den Tresor.

Und zum ganz bewussten Genießen des Abendmahls gehört es auch, dass wir uns vorher daran erinnern, was das Abendmahl bedeutet. Wir danken Gott dafür, dass er uns Menschen so nahe kommt. Und wir danken Jesus dafür, dass er alles weggenommen hat, was uns von Gott trennt. Und wir erinnern uns daran, dass Jesus mit seinen Jüngern ein letztes Mal zusammensaß in der Nacht, bevor er verraten und ans Kreuz geschlagen wurde.

Er saß dort mit seinen Freunden zusammen und aß und trank mit ihnen. Bei diesem gemeinsamen Essen waren Jesus und seine Freunde noch einmal ganz besonders eng verbunden. Jesus sagte seinen Jüngern, dass, auch wenn er gestorben sei, die Jünger und alle, die später Christen werden würden, auch weiterhin dieses gemeinsame Mahl feiern sollten. Nicht nur, um sich an Jesus zu erinnern.

Er versprach seinen Jüngern sogar, dass er bei diesem Abendmahl auf geheimnisvolle Weise bei ihnen sein würde, wenn sie in Zukunft gemeinsam Brot und Wein teilen würden.

Das alles hören wir immer, bevor wir das Abendmahl dann essen und trinken. Wenn wir gleich im Kreis zusammen stehen, dann kommen nicht nur Jugendliche, Eltern, Verwandte und Freunde zusammen und essen und trinken, sondern dann ist Jesus Christus mit dabei.

Wenn man zusammen etwas isst, dann ist das meistens etwas Schönes. Das kann auch mal im Imbiss  sein, und irgendwie war es ja auch lustig, als wir im Zug von Hamburg nach Bad Oeynhausen im schaukelnden Zug unsere Hamburger verputzt haben. Und ich gebe zu: Ihr Konfis hattet da etwas mehr Routine.

Es ist oft ein noch viel schöneres Erlebnis, wenn man mit der Familie am Tisch sitzt und zusammen isst und Zeit hat. Besonders im Urlaub oder in den Ferien. Viele Familien legen auch Wert darauf, dass sie wenigstens eine gemeinsame Mahlzeit am Tag zusammen und in Ruhe essen. Da können die Kinder von der Schule erzählen, von kleinen und großen Problemen, dann kann jeder sagen, was er gerade auf dem Herzen hat. Da kann man sich alles von der Seele reden und fühlt sich erleichtert.

Aber das geht nur, wenn man sich gut versteht.  Es gibt nicht Schlimmeres, als wenn man sich im Streit und mit Wut im Bauch mit anderen an den Tisch setzt. Dann stochert man im Essen herum oder schlingt es schnell runter, so dass es später wie ein Stein im Magen liegt. Wut im Bauch macht Magengeschwüre. Deshalb verträgt man sich am besten vor dem Essen oder spricht sich beim Essen einmal richtig aus.

Und so ist es auch beim Abendmahl. Vor dem Abendmahl sagen wir Gott, was wir auf dem Herzen haben und was uns drückt. Beichte nennen wir das, wenn wir sagen, wo wir Fehler gemacht haben und uns geirrt haben, wo wir anderen weh getan haben. Und wir sagen Gott auch, wo wir uns von ihm getrennt haben. Was ausgesprochen ist, auch in Gedanken und Gebeten, das lässt uns los, weil Gott es wegnimmt.  Das vertrauen wir Gott an und können dann ganz erleichtert zum Abendmahl gehen.

Und dort stehen wir dann alle zusammen im Kreis und essen und trinken gemeinsam. Ihr, liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden, könnt Euch die Leute heute einmal ganz genau anschauen. In der Runde stehen heute Eure Mitkonfirmanden, mit denen Ihr die letzten zwei Jahre im Unterricht wart.
Und Eure Eltern, Opas und Omas, Onkel und Tanten. Ganz junge Menschen und alte Menschen. Menschen, die Ihr gut kennt oder noch nie gesehen habt, Menschen, die Ihr gerne mögt oder vielleicht auch nicht so gerne habt. Doch in diesem besonderen Moment, wo wir zusammen essen und trinken, da wächst ein ganz besonderes und unsichtbares Band um uns herum, das uns alle verbindet. Uns untereinander und uns alle mit Gott.

Ein Essen bei McDonalds vergisst man schnell, an ein schönes Festessen denkt man lange zurück. Morgen, wenn die Konfirmation ist und die Familien festlich zusammen essen und trinken, wird ein Festessen sein, an das alle noch gerne zurückdenken. Und genauso ist es auch mit dem Abendmahl.

Wer nach dem Abendmahl wieder zurück in die Kirchbank geht, ist vielleicht auch ein neuer Mensch geworden. Nicht äußerlich natürlich, sondern innerlich. Denn obwohl das Abendmahl weniger Kalorien hat als eine einzige Pommes, hält es doch viel länger vor.

Und Menschen, die miteinander gegessen haben und miteinander verbunden sind, die stehen für einander ein. Gleich nach der Predigt werden wir das Lied singen: „Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt“. Wenn wir also nicht nur das Brot teilen, sondern miteinander verbunden bleiben, unsere Sorgen und unsere Freude teilen, uns Zeit miteinander nehmen und füreinander da sind, dann wir das Brot vom Abendmahl zur Rose, die in unserem Leben blüht und leuchtet.

Denn das Abendmahl ist kein fast-food, sondern life food, kein Schnellessen, sondern eine Speise, die lebendig macht. Und das können wir gleich zusammen feiern, genießen und erleben. Und wer weiß, vielleicht macht es sogar Appetit auf mehr?!

Und der Friede Gottes, der höher steht als unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus.

 

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