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Mit Gott kann man reden Drucken
Von Lars Kunkel (28.04.2008)

Predigt zum Sonntag Rogate über Exodus 32,7-14

kerzen.jpgWie redet Mose da mit seinem Gott? Fast hat man den Eindruck, da streiten sich zwei Menschen, zwei Freunde vielleicht sogar. Der eine, Gott, macht dem anderen, Mose, Vorwürfe: „Dein Volk hat gesündigt! Dein Volk ist vom rechten Weg abgewichen!"

Gott ist zornig aus gutem Grund: Mose war auf den Berg Sinai gestiegen, um die Gebote Gottes auf den Tafeln zu empfangen, und er blieb einige Zeit weg. Das Volk Israel wurde unruhig. Es zweifelte an Gott. Hatte er sie verlassen? Dieser Gedanke zersetzte alles Vertrauen und alle Hoffnungen. Und so machte es sich ein Stierbild aus Gold, das viel greifbarer und fassbarer und sichtbarer war. Gott ist wütend über diesen Unglauben und dieses Misstrauen. „Dein Volk!", sagt er zu Mose, „Dein Volk hat schändlich gehandelt."

Doch Mose nimmt diesen Vorwurf nicht an. Er ist nicht demütig und still, er wehrt sich:  „Wenn sie Sünder sind, sind sie meine. Wenn sie Heilige sind, sind sie Deine!". So könnte Mose jedenfalls antworten, und er hätte Recht. Von Gottes Volk ist in der Bibel die Rede, wenn es um die guten großen Taten geht, die Gott an seinem Volk tut und wenn dieses Volk glaubt und gehorcht. Jetzt heißt es nicht mehr „mein" Volk, sondern „Dein" Volk. Ein solches Denken kennen wir Menschen sehr gut aus der eigenen Erfahrung. „Schau Dir mal an, was Deine Tochter wieder angestellt hat", sagt der Vater, der vorher noch stolz von der Liebenswürdigkeit seiner Tochter schwärmte. Unter Menschen ist das so. Aber ist Gott so menschlich, dass er über seinen Zorn vergesslich wird? Mose erinnert ihn schon.

„Warum?" fragt er fast keck. „Warum bist Du zornig?" Schließlich hast Du selbst doch Israel nach Ägyptenland geführt, wo es andere Götterbilder überhaupt erst kennen gelernt hat. Hast Du Dein Volk nicht selbst in Versuchung geführt? Warum bist du zornig über das Volk, dass Du aus Ägypten befreit und in die Wüste geführt hast. Es ist kein fremdes Volk, es ist nicht Moses Volk, es ist Gottes eigenes Volk, das er geführt und begleitet hat. Aber auch Gott macht - wie uns Menschen auch - wohl das am meisten wütend, was ihn selbst am tiefsten berührt. Gottes Liebe ist enttäuscht. Und wer enttäuscht ist, versucht sein Gegenüber zu entwerten und sich zu distanzieren. Das ist nicht mehr mein Freund, sagen Kinder. Das ist nicht mehr mein Volk, sagt Gott. Das Volk Mose könnte Gott vernichten, aber nicht sein eigenes Volk. Warum bist du so zornig, fragt Mose. Wie redet er bloß mit Gott!?

Doch Mose geht sogar noch weiter. Drei Worte fallen hier auf: „Kehr um! Ändere Deine Gesinnung, erinnere Dich." Solche Wendungen kann man sich gut vorstellen, wenn Gott mit den Menschen redet. Die Propheten in der Bibel reden so: „Kehre um auf den Weg des Gottes, ändere deine Gesinnung hin zum Glauben und zu den Geboten und erinnere dich daran, was Gott dir Gutes getan hat." Aber hier sind die Verhältnisse anders. Ein Mensch redet hier mit Gott mit diesen Worten. Mose ermahnt Gott an das Treueversprechen, das er Abraham, Isaak und Israel gegeben hat. Gott soll umkehren und von seinem Zorn ablassen. Mose redet wie ein Prophet zu Gott, nicht als zaghaft Bittender, sondern voller Hoffnung auf das, was Gott versprochen hat und woran er sich nun erinnern soll.

Mose redet mit Gott fast auf Augenhöhe. Und Mose hofft darauf, dass man mit Gott wirklich reden kann. Dieses Gespräch wirkt so menschlich und Gott selbst wirkt so menschlich. Mose und Gott stehen in einem echten Gespräch, das uns vor allem eins zeigt: Gott ist kein allmächtiges Schicksal, kein Nameloser, Unüberwindbarer, Unberührbarer, der sich nicht anrühren lässt. Im Gegenteil: Gott lässt sich bewegen. Nach jüdischer Auslegung brauchte Gott sogar Mose, um von der schon angesetzten Strafe der Vernichtung abzusehen. Das ist wohl das Faszinierendste für uns an der Begegnung zwischen Mose und Gott, dass wir Gott daran erinnern dürfen und vielleicht manchmal auch müssen, dass er sich schon entschieden hat. Für das Leben, für die Vergebung, für den Sinn.

Mose redet mit Gott menschlich, doch er verwischt trotzdem nicht die Grenzen zwischen Gott und Mensch. Ganz im Gegenteil: Er erinnert in diesem Gespräch Gott daran, dass er Gott ist. Ein barmherziger und gnädiger Gott.

Dieses innige, lebendige, leidenschaftliche Reden mit Gott wird später Jesus aufnehmen. Jesus wird Gott als „lieber Vater" ansprechen. Jesus geht voller Vertrauen in die Gespräche mit Gott, und auch er zeigt, dass Menschen mit Gott reden können und ihn bewegen können. Dass sie ihn um alles bitten dürfen und dass sich Gott erbarmen wird wie ein Vater über seine Kinder.

Man kann mit Gott reden, aber Gott lässt sich durch ein Gebet nicht manipulieren. Es würde vollkommen der Göttlichkeit Gottes widersprechen, wenn Menschen ihn zum Erfüllungsgehilfen aller ihrer Wünsche machen könnten. Gott ist der Herrscher, er entscheidet. Das wusste Mose, das wusste Jesus und das sollten wir wissen. Man kann sich im Gebet zwar dies und das wünschen, aber wir können im Gebet Gott wohl kaum zu etwas bewegen, was er nicht will oder nicht schon ohnehin macht.

Deshalb kann es eigentlich nur ein Gebet geben und zwar das, mit dem wir Gott darum bitten, Gott zu sein. Gnädig und barmherzig, Schöpfer und Tröster, Wegbegleiter und Vater. So zu beten könnte die Antwort auf die Frage sein, was und wie wir beten können. Wir bitten Gott darum, Gott zu sein. Damit verlangen wir nicht zu viel, wir verändern Gott nicht und bewegen ihn nur zu dem, was er uns kaum verweigern kann. Nur so bliebt Gott Gott und lässt sich doch auch bewegen. So bleibt Gott beides: Er ist der Herrscher, der Allmächtige, der Schöpfer des Himmels und der Erde. Und er ist auch der, mit dem wir reden können. Den wir darum bitten können, das Gute, das er tun will, auch für uns zu tun. Und wir dürfen dabei so reden, wie wir möchten, solange es uns um das Gute geht, um das Leben, um Barmherzigkeit. So wie Mose sich eingesetzt hat für das Leben und dabei mit Gott sehr mutig und offenherzig gesprochen hat.

Mit Gott kann man reden und mit Mose heute so beten:

Ändere Deine Gesinnung Gott, wenn Du wütend bist über uns, weil wir anderen Götter nachlaufen, weil wir Dir nicht vertrauten und ungeduldig wurden. Kehr um zu uns und lass und nicht allein, denn ohne Dich sind wir verloren. Erinnere Dich Gott, dass Du uns geschaffen hast und ein Freund des Lebens bist. Sei unser Gott und unser Gott für uns. Und der Friede Gottes, der höher steht als alle unsere Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Jesus Christus. AMEN. 

Mail an Pfr. Lars Kunkel

Predigttext: Exodus 32
7
Der HERR sprach aber zu Mose: Geh, steig hinab; denn dein Volk, das du aus Ägyptenland geführt hast, hat schändlich gehandelt. 8 Sie sind schnell von dem Wege gewichen, den ich ihnen geboten habe. Sie haben sich ein gegossenes Kalb gemacht und haben's angebetet und ihm geopfert und gesagt: Das ist dein Gott, Israel, der dich aus Ägyptenland geführt hat. 9 Und der HERR sprach zu Mose: Ich sehe, dass es ein halsstarriges Volk ist. 10 Und nun lass mich, dass mein Zorn über sie entbrenne und sie vertilge; dafür will ich dich zum großen Volk machen. 11 Mose aber flehte vor dem HERRN, seinem Gott, und sprach: Ach HERR, warum will dein Zorn entbrennen über dein Volk, das du mit großer Kraft und starker Hand aus Ägyptenland geführt hast? 12 Warum sollen die Ägypter sagen: Er hat sie zu ihrem Unglück herausgeführt, dass er sie umbrächte im Gebirge und vertilgte sie von dem Erdboden? Kehre dich ab von deinem grimmigen Zorn und lass dich des Unheils gereuen, das du über dein Volk bringen willst. 13 Gedenke an deine Knechte Abraham, Isaak und Israel, denen du bei dir selbst geschworen und verheißen hast: Ich will eure Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel, und dies ganze Land, das ich verheißen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es besitzen für ewig. 14 Da gereute den HERRN das Unheil, das er seinem Volk zugedacht hatte.

 

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