logo_06-05x_web_640px
 
KontaktLoginSitemapImpressum
  Home arrow Service arrow Predigten arrow Automatisch groß werden
         
Home
Unsere Gemeinde
Auferstehungskirche
Familienzentrum
Kirchenmusik
Altenheimseelsorge
Gottesdienst
Service
....
Bauprojekt
Café im Foyer

Altstadtgemeinde twittert title=

facebook_button.jpg

youtube-small-square-3220586.png 

 

 

 

Automatisch groß werden Drucken
Von Lars Kunkel (23.04.2007)

Predigt zur Konfirmation 2007
(Mk. 4,26-32)

Liebe Gemeinde, liebe Eltern, Familien, Freunde!

Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!

Selbstwachsende Saat, das klingt doch echt klasse. Habt ihr das eben in der Lesung gehört? Da wirft jemand ein paar Samenkörner auf den Boden, legt sich hin, steht auf - so geht es ein paar Tage - ,und dann wachsen die Hälmchen und daraus wird dann Weizen oder etwas anders Schönes, und dann kann man ernten.

Wenn es solchen Samen irgendwo zu kaufen gäbe, zum Beispiel auch für Erdbeeren, ich würde mir gleich ein paar Tüten kaufen. Dann müsste man nicht mehr umgraben, düngen, gießen und Unkraut zupfen. Während die Saat wächst, könnte man es sich im Garten gemütlich machen und schon mal ein paar Kuchen-Rezepte ´raussuchen.

Ach, wenn das doch so einfach wäre. Ist es aber nicht! Nicht mit im Garten und nicht im Leben.

Das wissen auch Konfirmanden. Heute kommt für Euch ja auch die Zeit der Ernte, könnte man sagen.

Heute feiern wir endlich Eure Konfirmation, und auf diesen Tag habt Ihr Euch schon lange gefreut. Doch Ihr habt einiges dafür getan.

Die erste Aufgabe war das Krippenspiel. Und ich verrate Euch heute ein Geheimnis: Es ging dabei gar nicht nur um Weihnachten und um den Weihnachtsgottesdienst. Das Krippenspiel ist in Wirklichkeit ein geheimer Eignungstest. Nächtelang hat das Presbyterium in seinen Labors daran gearbeitet.  Wir wollten mal sehen, wie Eure darstellerischen Fähigkeiten sind. Schließlich müssen Konfirmanden ja auch Gottesdienste vorbereiten. Und das habt ihr mit Freude gemacht.

Die Probe habt ihr bestanden.

Aber das reichte uns noch lange nicht. Wir hatten einige weitere Belastungsproben überlegt: Wer findet in der Bibel das Lukasevangelium? Nicht ganz einfach! Was steht im Schöpfungsbericht? Schwierig! Und wo liegt der Unterschied zur naturwissenschaftlichen Sicht? Da kommt man ins Grübeln.

Ihr wolltet die Konfirmation, na gut, aber hattet Ihr auch das Zeug dazu?

Das haben wir in vielen spannenden und ganz wenigen weniger spannenden Unterrichtsstunden getestet. Und Ihr habt auch hier bestanden.

Konfirmanden müssen auch unter härtestem Psychodruck einen klaren Kopf bewahren. Kennt ihr noch die Sendung: „Ich bin ein Star - holt mich hier raus!" auf RTL? Im Dschungelcamp mit fiesen Aufgaben und so? Viele hier wissen sicher nicht, dass wir hier in der Altstadt diese Sendung erfunden haben. Schon lange vor Dirk Bach und Sonja Zietlow hatte wir Susanne und Christian Polenz als Moderatoren unter Vertrag. Und die haben Euch nach Vechta geschickt ins Konficamp. Wir wollten mal testen, wie Ihr Euch im Schlamm bei strömendem Regen schlagt. Und Ihr habt bestanden.

Und was haben wir nicht noch alles getestet: Eure Orientierungsfähigkeit nachts in Haus Reineberg,  Eure Kochkünste im Kindergottesdienst und Eure Durchsetzungskraft, wenn ich so gern einmal fünf Minuten eher den Unterricht beendet hätte.

Dann hieß es immer von Euch: „Herr Kunkel, wir haben aber noch fünf Minuten!" Was sollte ich machen? Ich habe mich meistens ergeben und bis zu letzten Minute unterrichtet.

Ich erzähle das heute mal öffentlich, damit Eure Eltern und Familien und die Gemeinde ganz im Ernst sehen, dass Ihr für diesen Tag heute hart gearbeitet habt. Da war nichts mit „von selbst wachsen" und dann ernten. So einfach geht das nicht.

Das wissen auch Eure Eltern. Vielleicht denken Sie, liebe Eltern, heute auch ein wenig erstaunt, dass Ihre Kinder von selbst gewachsen sind. Wenigstens in den letzten Jahren und Monaten. Irgendwie sind sie einfach immer größer geworden.

Mir ging das so, als ich die Konfirmanden einige Zeit nicht unterrichten konnte. Nach drei Monaten kam ich wieder und rieb mir die Augen: Sie hatten sich vollkommen verändert und waren ganz anders. Gott sie Dank nur äußerlich, mit etwas Schminke und neuen Frisuren.

Zum Glück waren sie im Kern noch die Gleichen.

Wir schauen einen Moment nicht hin und merken dann: Manchmal wachsen Kinder wirklich von selbst. Aber wir wissen auch: Damit sie echte Größe beweisen können, ist für Eltern doch schon manchmal harte Erziehungsarbeit nötig. Von wegen selbstwachsend. Da kann man sich nicht einfach hinlegen und warten, bis die Kinder groß werden. Im Gegenteil: Manchmal kann man nicht einmal schlafen.

Kinder werden nicht von selber groß. Wir müssen schon etwas tun. Kinder brauchen Erziehung, und Kinder brauchen Vorbilder, und vor allem muss man ihnen viel Vertrauen schenken. Das haben Sie, liebe Eltern, sicher getan und das war bestimmt auch schön und erfüllend, aber eben manchmal auch Arbeit. Nichts wächst automatisch und von selbst!

Was soll das also mit der selbstwachsenden Saat? Warum erzählt Jesus denn so etwas, wenn wir das aus eigener Erfahrung nicht kennen?

Jesus redet in seinem Gleichnis in Wirklichkeit ja weder vom Konfirmandenunterricht oder von der Kindererziehung, sondern vom Reich Gottes. Und da geht es anders zu, als wir es sonst erleben.

Und das Reich Gottes ist nichts Fernes oder Abstraktes. Das Reich Gottes ist nichts aus der Geschichte oder ein Platz in der Kirche.

Ihr, liebe Konfirmanden, seid ein Teil vom Reich Gottes.

Ihr habt gelernt, was Glauben bedeutet, und Ihr habt Eure eigenen Erfahrungen mit eingebracht. Ihr habt nachgefragt und mitgedacht. Und Ihr habt auch erfahren, dass Gott Euch liebt.

Das habt Ihr in der Taufe erfahren, als Ihr noch ganz klein wart oder vielleicht auch in der Osternacht.  Und das wird Gott heute mit dem Segen zur Konfirmation noch einmal bekräftigen.

Dass ihr heute konfirmiert werdet und dass Ihr heute „Ja" zu Eurem Glauben sagt, ist kein Verdienst der Eltern, der Kirche, der Pastoren oder Mitarbeiter. Gott hat in Euch etwas wachsen lassen durch seinen Heiligen Geist. Das ist von selbst geschehen und das ist kein kleines Wunder, sondern ein ganz großes.

Und ich hoffe, dass dieser Glaube und dieses Vertrauen in Gott in Euch weiter wachsen werden.

Dazu braucht Ihr eigentlich nur eines: Verlasst Euch ganz auf Gott. Dankt ihm, wenn es Euch gut geht, und kommt zu ihm, wenn Ihr traurig seid. Und seid weiterhin so offen und lebendig, wie Ihr es bisher wart. Haltet Kontakt zu Gott. Dann wird es Euch ganz von selbst gelingen, Euch auf Gott zu verlassen und auch anderen Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen. Dann wachst Ihr von selbst, ganz automatisch, sozusagen.

Wenn Ihr Euch auf Gottes Kraft verlasst, dann geht es euch wirklich ein bisschen wir dem Sämann, der Samenkörner auf den Boden wirft und sich darauf verlässt, dass die Saat aufgeht. Dann könnt Ihr ganz gelassen sein, weil Gottes Kraft in Euch wirkt. Dann werdet Ihr ganz gelassen, ganz cool. Und Gelassenheit tut uns allen gut: Den Jugendlichen in der Schule, den Eltern bei der Erziehung und übrigens auch einer Kirchengemeinde.

Es ist gut, wenn wir nicht immer auf die großen Dinge gucken und auf die vorzeigbaren und messbaren Erfolge. Das macht Stress! Jesus will etwas anderes für uns.

Jesus erzählt übrigens noch ein anderes Gleichnis. Das von dem berühmten Senfkorn, das ein ganz kleines Körnchen ist und später zu einem Baum wird, in deren Schatten sich dann Vögel ausruhen können. Was ganz klein beginnt, vielleicht mit dem Gedanken: Wer bin ich schon? Ich hab doch keinen großen Glauben? Ich bin nicht so stark wir andere! - aus diesen kleinen Anfängen kann viel werden.

Ich bin mir gar nicht mal so sicher, ob Ihr, liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, dabei nicht sogar den Älteren eine ganze Menge voraus habt.

In manchen Glaubens-Dingen seid Ihr die Profis und nicht Eure Eltern oder Paten oder die Familie. Deshalb seid Ihr ja ganz sicher keine kleinen Körnchen im Glauben, sondern schon ganz schön kräftige Pflanzen, wenn ich das mal so sagen darf.

Vielleicht seid Ihr darin ein Vorbild für uns.

Liebe Konfirmanden und Konfirmandinnen, bestimmt werdet Ihr gern an diesen Tag Eurer Konfirmation denken, aber was der Pastor da gesagt hat, dass vergisst man leicht. Deshalb möchten wir als Gemeinde Euch heute etwas mit auf den Weg geben:

Ein kleines Beutelchen mit folgendem Inhalt:

Darin ist ein kleines Stückchen „Merci", denn wir möchten Euch Danke sagen, dass Ihr dabei wart und so gut mitgearbeitet habt.

Dann ist darin ein kleines Päckchen Traubenzucker. Das soll Euch schnell Kraft geben, wenn Ihr mal einen Durchhänger habt. Traubenzucker wirkt schnell, bringt aber nur einen kurzen Kick!

Deshalb möchten wir Euch einen kleinen Anhänger schenken: echte Senfkornsamen in einem kleinen Kreuz.

Die Senfkörner sollen Euch daran erinnern, dass Großes manchmal klein beginnt. Dass das Reich Gottes wächst. Und dass Ihr selbst weiter wachsen könnt im Glauben und dass Ihr auch für andere Schattenspender werden könnt.

Umschlossen sind die Samenkörner vom Kreuz, das Euch daran erinnern soll, dass Christus Euch wachsen lässt zu ihm hin. Und dass er Euch dabei  begleitet.

Dieses Kreuz ist eine gute Erinnerung und sieht auch noch gut aus. Es ist zum Andenken, zum Nachdenken, aber auch zum Tragen gedacht.

Es verbindet Euch untereinander und mit Christus. „Wir leben mittendrin!", heißt unser Gemeindeleitbild.

Wir leben mittendrin! Hoffentlich mit Euch zusammen in dieser Gemeinde. Und mit Hoffnung und Freude unter dem Wort Gottes, wie es geschrieben steht im Epheserbrief: 

„Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus."

Amen.

(c) Pfarrer Lars Kunkel

 

Für Sie ausgewählt

 

 

Tipps
mehr Tipps
#c8f4f7 #F1F4F7  
© 2017 Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt
Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.