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150. Geburtstag von Johannes Kuhlo Drucken
Von Bernhard Silaschi (29.10.2006)

Predigt zum Gottesdienst der Generationen in Erinnerung an den 150. Geburtstag von Johannes Kuhlo - In der Kirche zu Eidinghausen am 29. Oktober 2006 gehalten

Predigttext: Psalm 150

kuhloWas glaubt ihr: Hat Jesus gesungen - so wie wir? Hat er mit seinen Jüngern Musik gemacht? Ihr sagt, Ja - aber:

Ist das jetzt Eure Meinung oder können wir darüber auch irgendwo etwas im NT, in den Evangelien aufgezeichnet finden.

Klar, wenn wir an die Hochzeit zu Kana denken, wo Jesus mitgefeiert hat, da wird er wohl, wie es bei Hochzeiten üblich ist, im Lauf einer fröhlichen Feier ein Lied mit angestimmt haben - vielleicht sogar getanzt haben. So wurden ja Hochzeiten zu allen Zeiten gefeiert. Nur leider hat der Evangelist Johannes, der davon erzählt überhaupt nicht erwähnt, dass hier gesungen und getanzt wurde - es geht nur um den Wein, der nicht mehr da ist - Singen und spielen, das gehört zur Weinfreude des Lebens dazu, wie es einmal jemand ausgedrückt hat.

Es ist eine grundlegende Lebensäußerung - aber auf Jesus und diesen Abschnitt bezogen, bleibt es nur eine Schlussfolgerung. Und doch gibt es eine kurze Notiz, bei Markus und Matthäus, die uns bezeugt, dass für Jesus das Singen zum Glauben und zum Leben dazu gehörte. Da heißt es am Ende der Schilderung vom Abendmahl: „Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg" (Markus 14, 26). Und wir wissen, das Singen gehört zur Tradition der Passahfeier dazu. Das Anstimmen der Psalmen nimmt das Lied der Befreiten auf, die aus Ägypten herausgezogen waren. Menschen singen Hoffnungslieder im Vertrauen, dass Gott solche Lieder nicht ungehört, unbeantwortet lässt. Sie singen diese Lieder durch alle Zeit - sie hallen wieder in der Ewigkeit Gottes.

Jesus stimmt ein in die Hoffnungslieder der Psalmen seines Volkes - er stimmt ein, so hören wir nach dem Abendmahl, bevor er aufbricht nach Gethsemane, wo er betet um Kraft, den Weg zum Kreuz gehen zu können. Jesus singt das Gotteslob bis an die Grenze seines Lebens; noch im Angesicht des Kreuzes singt er der Liebe Gottes sein Lied: Ein Lied auf die Liebe des Vaters, die stärker ist als der Tod - ein Loblied. Und er macht es mit den geliehenen Worten der Psalmen. Worte, die uns helfen, Gottes Wirklichkeit in unserem Leben zu finden, ihr mit Worten und Melodien Zugang zu unserem Dasein zu verschaffen. Ohne solchen Lobgesang der Psalmen wären wir arm dran!

Das wusste ein Mann wie Johannes Kuhlo: Dass wir das Gotteslob der Psalmen, unsere Choräle und Lieder brauchen wie das tägliche Brot. Auch Singen ist das Brot der Seele. Wenn wir verstummen, verliert auch unsere Seele ihren Glanz. Und mit jedem Lied üben wir uns ein in die Sprache des Himmels und wo Menschen miteinander singen und spielen, da baut der Heilige Geist Brücken der Gemeinschaft.

Der 150. Psalm ist wie ein großes musikalisches Finale dazu. Es ist ja der letzte der Psalmen und lange vor Händels großem Halleluja im Oratorium des Messias, stimmt es ein „Lobt Gott, preist seinen Namen", ein Halleluja an, das nie verklingen soll. Mit jedem Halleluja stimmen wir auch ein in die Sprache Jesu. Wie das Amen, das Luther übersetzt hat mit „Das ist gewisslich war, heißt Halleluja: Lobt Gott, preist seinen Namen. - es war das erste Wort, dass ich zu Beginn meines Studiums singen gelernt habe. Mit jedem Halleluja stellen wir uns auf die Seite des Lebens. Dieses Wort durchzieht den 150. Psalm vom Anfang bis zum Ende. An diesem Halleluja entlang kannst Du das Leben lernen! Und ich muss an das Osterlied denken, wo das Halleluja wie ein Osterlachen komponiert ist, voll Leichtigkeit und Fröhlichkeit vom Auferstehungswunder her. Und zu keiner anderen Zeit wie Ostern sind die Lieder so voll Hallelujarufen. Das Lob Gottes singt vom Leben, es singt vom Leben auch an der Grenze des Todes. Darum ist es auch so wichtig, dass wir auf den Friedhöfen nicht verstummen, sondern das Lied des Lebens anstimmen, weil Gott uns mit seinem Sohn auch über unsere Zeit zum Leben ruft.

Ihr seid Mitarbeiter am 150. Psalm hat Johannes Kuhlo seinen Bläsern zugerufen. Ihr seid Mitarbeiter am großen Halleluja Gottes - und mit jedem Lied gesungen oder gespielt stellt ihr Euch auf die Seite des Lebens. Gebt ihr ein Zeugnis der Güte Gottes, die bleibt, übernehmt ihr auch Verantwortung dafür, dass wir die Welt nicht an die lebensfeindlichen Mächte und Kräfte ausliefern wollen. Jene Kräfte, die Menschen unbarmherzig machen, die in die Vereinzelung, die in das Abseits führen. Die Mitarbeiterschaft am 150. Psalm ist Gemeinschaftsdienst und kein Einzelkämpfertum. Das Lob Gottes macht uns empfindsam aufeinander zu hören. Die Bläser und Bläserinnen in den Posaunenchören wissen: Man muss gut aufeinander hören, die eigene Intonation, Tonhöhe, den Klang, die Lautstärke aufeinander abstimmen, damit ein guter Gesamtklang entsteht - in einem Chor sind eigenmächtige solistische Einlagen wenig erwünscht und beliebt. Im Chor zu spielen braucht Disziplin und erzieht uns dazu, die Gaben und Fähigkeiten zum Nutzen aller einzusetzen - und wer es besonders gut vermag, der kann dann auch einmal die Oberstimme darüber legen.

 Und doch bleibt jeder mit seinem Instrument in seiner Stimme auch unverwechselbar: Posaunenchor ist Gemeinschaftsarbeit, aber doch keine Gleichmacherei. Jeder und jede ist ganz unverwechselbar. Auch darauf verweist der Gedanke der Mitarbeiterschaft am 150. Psalm. Mit seinem Atem, seinem Ansatz, seinem Instrument leistet jeder und jede einen unverwechselbaren Anteil; ist ein Original ganz unaustauschbar.

Und mir fiel ein Satz ein, der im letzten Jahr Schlagzeile machte: „Wir sind Papst!", so titelte die Bildzeitung - vielleicht erinnert ihr Euch (nach der Wahl von Kardinal Ratzinger). Eigentlich ist dieser Satz gar nicht so originell und neu. In anderer Weise hat Johannes Kuhlo das mit  dem Gedanken: Ihr seid Mitarbeiter am 150. Psalm auch ausgedrückt. Es heißt nämlich auch: Wir alle sind so ein wenig wie König David, der als Dichter und  Komponist vieler Psalmen gilt. Das Lob Gottes anzustimmen und weiter zu tragen, sich dadurch anrühren zu lassen um Menschen aufzurichten und für unsere Nächsten da zu sein, das ist ein königliches Amt. Wer so lebt, der nimmt Verantwortung war, der verweigert sich der Gleichgültigkeit. Der tritt in Wort und Tat, mit Leib und Seele auf die Seite des Lebens. Solche Originale sucht der Herr des Lebens, wenn er Menschen in seine Nachfolge ruft. Solche unverwechselbaren Menschen, die sich wie ein Fingerabdruck Gottes einprägen in den Alltag unserer Zeit - ganz wunderbar und uns die Nähe Gottes spüren lassen.

Menschen spüren diese Nähe, haben ein Empfinden dafür - gerade im Klang der Musik: Die Musica ist die Schwester der Theologie so hat es M. Luther einmal gesagt. Wenn das eine das Gottes Wort zur Sprache bringt, liegt im anderen der gute Ton, der Klang Gottes. Und ich denke an die vielen Gelegenheiten bei denen unsere Posaunenchöre auf Geburtstagsbesuchen und an Gräbern spielen. Da wird etwas von der Nähe Gottes wirklich. Dafür hat Johannes Kuhlo seine Kraft und seine Zeit eingesetzt und war mit seinem Markenzeichen dem Horn dafür unterwegs - es gab keine Gelegenheit, wo er es nicht dabei hatte, um darauf zu spielen und den passenden Choral zu finden (Stand er vor einer verschlossenen Tür, suchte er Zugang mit dem Lied: Tut mir auf die schöne Pforte) - Johannes Kuhlo lebte mit dem gesungenen und gespielten Lob Gottes. Aber auch das wissen wir heute: er war auch ein Mensch, der Fehler und Irrtümer begangen hat: Er hat die Unmenschlichkeit der Nationalsozialisten nicht wahrgenommen, er hat vor dem schlimmen Folgen des Antisemitismus die Augen verschlossen, hat auf einen Führer gesetzt, der über viele Millionen Menschen in Europa und vielen anderen Teilen der Welt ganz unermessliches Leid gebracht hat. Darin war Kuhlo ein Mann ohne politische Weitsicht und hat ganz eindeutig versagt. Das können wir heute sehr nüchtern ohne falsche Beschönigungen festhalten.

Aber auch an den Schattenseiten eines Menschen haben wir einen deutlichen biblischen Verweis. Ein Mann wie David, der Psalmendichter kann im Guten zum Vorbild und mit seinen Schattenseiten zur Mahnung dienen - die Bibel verschweigt gerade nicht die Schattenseiten eines Menschen. Jeder und jede wird von Gott gerade nicht an seinen Schwächen fest gemacht. Wir sind oft in unseren Urteilen einseitig und beurteilen so völlig gnadenlos und denken: Wir hätten die ganze Wahrheit damit schon erfasst. Wie heißt es in der dritten Strophe des Liedes von Matthias Claudius:

„Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen/ und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, / weil unsere Augen sie nicht sehen."

Das Ganze zu sehen - das ist Gottes Sache: bei Johannes Kuhlo, bei einem jeden von uns. Da bleiben wir und alle Menschen auf seine Gnade angewiesen. Das zu wissen, entlastet auch vor vorschnellem Richten.

Kuhlos geistliche Stärke lag auf der Inspiration, viele Menschen für das geistliche Blasen zu gewinnen. Das wirkt nach und das wirkt fort - darauf ruht ohne Zweifel für uns Nachgeborene Gottes Segen. An diesem Segen Gottes sollen wir Anteil gewinnen mit der Mitarbeiterschaft des 150. Psalms. Kuhlos Geburtstag jährt sich 150. Mal, er hat seinen Dienst mit dem Flügelhorn zusammen mit vielen Posaunenchören und Bläsern - in seinem Todesjahr waren es etwa 40 tausend als Mitarbeit am Halleluja des 150 Psalms gefasst. Lobt Gott mit Posaunen (Heute sind es in ganz Deutschland mehr als 100 tausend Menschen, die an vielen Orten in Posaunenchören den musikalischen Dienst der Verkündigung tun). Dabei hat er ein Lied besonders geliebt. Es war der Choral: Jerusalem du hoch gebaute Stadt, der heute unter der EG-Nr. 150 zu finden ist. Ermalt uns die Sehnsucht nach der himmlischen Heimat ins Herz und schafft in uns Bewusstsein und Raum dafür, dass sich unser Leben niemals im Hier und Heute erschöpfen kann. Über die Grenzen unserer Endlichkeit bleiben wir berufen die Herrlichkeit des großen Hallelujas einmal ganz und vollkommen an dem Ort zu erleben, der mehr ist als unser Hören und Sehen:

„Jerusalem, du hochgebaute Stadt, wollt Gott ich wär in dir! Mein sehnend Herz so groß Verlangen hat und ist nicht mehr bei mir. Weit über Berg und Tale, weit über Flur und Feld schwingt es sich über alle und eilt aus dieser Welt."  

Im Ruf dieses Liedes erfahren wir, dass Glaube, Liebe und Hoffnung weiter reichen als unsere Möglichkeiten und uns anleiten wollen, uns einzuleben in den Nahbereich von Gottes ewiger Güte. Amen

 

Amen

 

Himmlischer Vater! Wir danken dir, dass Du Dein Lob uns die Herzen weit macht. Dein Geist berührt uns mit jedem Lied die Seele. Darin erfahren, dass du uns in Christus ganz nahe bleibst. Amen

 

Predigttext: Psalm 150

Das große Halleluja

Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht!

2 Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!

3 Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen!

4 Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!

5 Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln!

6 Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja!

 

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