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Österliche Grüße aus der Altstadtgemeinde
Wir leben mittendrin (11.04.2020)
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Von Pfarrer Lars Kunkel


Liebe Freundinnen und Freunde der Altstadtgemeinde,

ich sende Euch heute ein Foto aus der Kirche in Vlotho-Valdorf, das mir persönlich viel bedeutet. Wir haben viele Osterkerzen aus den Gemeinden des Kirchenkreises zusammengetragen und für die Aufzeichnung des Gottesdienstes am Ostersonntag entzündet.

Ostern 2020 ist anders als sonst. Vieles, was wir so liebgewonnen haben, ist unmöglich oder schwierig geworden. Ganz zuerst fallen mir da die Besuche der Familie ein. Es fehlen die Besucher der Kinder und Enkel. Es fehlen die Ausflüge, die Osterfeuer, die Grillabende. Es fehlt die Gemeinschaft von Gründonnerstag am festliche gedeckten Tisch in der Kirche. Es fehlt die Ernsthaftigkeit von Karfreitag um 10 Uhr und die tiefe Berührung der Andacht zu Sterbestunde Jesu. Es fehlt das „Auf dem Weg nach Golgatha". Es fehlt der Ostermorgen, in der dunklen Kirche, mit den berührenden Texten, dem Licht im Dunkeln, den Kerzen und dem „Christ ist erstanden". Es fehlt das kleine Frühstück im Kreis der Frühaufsteher und der anschließende Festgottesdienst. Ach ja, es fehlt viel.

Dietrich Bonhoeffer hat einmal gesagt: „Es gibt nichts, was uns die Abwesenheit eines uns lieben Menschen ersetzen kann und man soll das auch gar nicht versuchen; man muss es einfach aushalten und durchhalten; das klingt zunächst sehr hart, aber es ist doch zugleich ein großer Trost; denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden. Es ist verkehrt, wenn man sagt, Gott füllt die Lücke aus; er füllt sie gar nicht aus, sondern er hält sie vielmehr gerade unausgefüllt, und hilft uns
dadurch, unsere echte Gemeinschaft - wenn auch unter Schmerzen - zu bewahren. Ferner: je schöner und voller die Erinnerungen, desto schwerer die Trennung.

Aber die Dankbarkeit verwandelt die Qual der Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich. Man muss sich hüten, in den Erinnerungen zu wühlen, sich ihnen auszuliefern,
wie man auch ein kostbares Geschenk nicht immerfort betrachtet, sondern nur zu besonderen Stunden und es sonst nur wie einen verborgenen Schatz, dessen man sich gewiss ist, besitzt; dann geht eine dauernde Freude und Kraft von dem Vergangenen
aus. ... Vom ersten Aufwachen bis zum Einschlafen müssen wir den anderen Menschen ganz und gar Gott befehlen und ihm überlassen, und aus unseren Sorgen um den Andren
Gebete für ihn werden lassen."

Wir sind betrübt in dieser Zeit. Gerade, weil wir an die denken, die krank geworden sind. Und auch an alle, die auf andere Weise betroffen sind. Das tut echt weh.

„Aber!" Aber ich kann mich davon nicht überwinden lassen. Ich kann es nicht, weil ich an das Leben glaube, an Gottes Kraft, immer wieder Neues, neues Leben zu schaffen. Diese Grundhaltung schenkt mir eine Zuversicht, einen Optimismus, ein tiefe Kraft, die nicht aus mir selbst kommt. Persönlich bin ich so oft schwach, kritisch, grübelnd. Aber dann kommt ein Punkt. Ein „bis dahin". Und ein „Nun ist es genug!"

Ich glaube nun mal ganz fest an Gottes Kraft. Es gibt eine ganz große Kraft, eine Energie, einen Geist, der uns Leben schenkt, Flügel verleiht. Uns an Glauben, die Liebe und Hoffnung erinnert.

Oder besser: Aufruft, aus dieser Kraft zu leben.

So, und dann sehe ich da wieder die Kerzen. Nur ein paar Wachsfackeln, bestellt, ABER: dann doch zusammentragen. Pflichtbewusst, aber doch in erster Linie und vor allem: Durch und von dieser Hoffnung getragen. Auf Ostern. Ein bisschen dreist, kurzschlüssig, fast dreist, aber: Nicht dumm. Nachdenkens-wert. Unverschämt hoffnungsvoll. Kurz und gut: LEBEN SIEHT GENAU HIN und TRIUMPHIERT. - Tschüss Tod. (und alles, was damit zu hat.)

Österliche Grüße aus der Altstadtgemeinde Bad-Oeynhausen!!

Pfarrer Lars Kunkel

 

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