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„Deutsch ist keine bedrohte Sprache“ Drucken
Von Rainer Labie (07.03.2019)

Interessanter Gesprächsabend im „Forum im Foyer“ mit Sprachwissenschaftler

190305_fif_web.jpg scs/Bad Oeynhausen. „Ist unsere Sprache vom Verfall bedroht?“, fragte Pfarrer Lars Kunkel. Um der Überlegung beim Gesprächsabend „LOL“ (in Chats als Abkürzung für lautes Lachen gebräuchlich) im „Forum im Foyer“ auf den Grund zu gehen, hatte das Vorbereitungsteam Prof. Dr. Rüdiger Weingarten aus Bielefeld eingeladen. Zahlreiche Interessierte waren der Einladung in die Auferstehungskirche am Kurpark gefolgt und lauschten gespannt seinem Vortrag.

„Ich bin wie ein Lungenfacharzt der Sprache, der vor dem Rauchen warnt. Auch ich zeige unschöne Bilder“, sagte der Referent zu Beginn und brachte damit sein Publikum zum Schmunzeln. „Sprachen sind vielfältig. Sie ändern sich. Manche sterben, neue entstehen. Das ist normal, wie ich als Sprachwissenschaftler beobachte“, so Professor Weingarten. „Insgesamt nimmt nicht nur die Biodiversität ab, sondern auch die sprachliche Vielfalt. Viele Sprachen werden innerhalb der nächsten Jahrzehnte sterben, ohne Spuren zu hinterlassen.“

Die deutsche Sprache war immer vielfältig. „Die jeweilige Varietät dient zur Identitätsbildung innerhalb einer Gruppe und zugleich zur Abgrenzung nach außen“, erläuterte er. „Ein Sprecher muss erkennen, in welcher Situation welche Varietät angemessen ist. Zum Beispiel drücken sich Studenten in einer Prüfung anders aus als bei einer Unterhaltung auf dem Flur. In manchen Gesellschaftsbereichen verliert die deutsche Sprache an Funktionalität.“

Sprachen ändern sich nicht nur durch äußere Einflüsse, sondern auch aus sich selbst heraus. „Manche Wörter verschwinden, wie Muhme und Ohm als Schwester und Bruder der Mutter. Heute werden sie wie die Geschwister des Vaters Tante und Onkel genannt“, gab er ein Beispiel. Ursprünglich stammen die meisten Wörter aus dem Lateinischen.

„Der Dativ ist dem Genitiv sein Feind. Doch dieser schwächelt inzwischen auch. Er wird durch zunehmenden Gebrauch des Akkusativs angegriffen“, so der Sprachwissenschaftler. Von den acht Kasus des Ur-Indogermanischen sind diese im Englischen inzwischen fast völlig weggefallen. „Während im Deutschen der Kasus eine freiere Wortstellung möglich macht, ohne die Bedeutung eines Satzes zu verändern, ist diese im Englischen festgelegt“, erläuterte er anhand von Beispielen.
Als Amtssprache in sechs Ländern und der Europäischen Union sowie Millionen von Mutter- und Zweitsprachlern ist Deutsch nicht vom Aussterben bedroht. „Doch die Standardsprache wird durch die zunehmende inszenierte Mündlichkeit im Fernsehen geschwächt“, hat er kritisch beobachtet. Die als Ausgleichssprache zwischen verschiedenen Dialekten entstandene Schriftsprache dient als Mittel des sozialen Ausgleichs, gesellschaftlichen Zusammenhaltes und der gesellschaftlichen Teilhabe.
„Außerdem hat die deutsche Sprache in der internationalen Wissenschaft und Wirtschaft an Funktion verloren. Wissenschaftliche Artikel werden häufig nur noch auf Englisch verfasst und veröffentlicht“, nannte Professor Weingarten als zweiten kritischen Punkt. „Doch es gibt Hoffnung. Beispielsweise in Beiträgen in Wikipedia spielt die deutsche Sprache eine wichtige Rolle.“

„Deutsch ist keine bedrohte Sprache“, war das Fazit seines Vortrags. „Doch die Spaltung der Gesellschaft schlägt sich auch in der Sprache nieder. Wir müssen die Standardsprache stärken.“ Zum Abschluss des Abends nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich in den Tischgruppen über das Thema auszutauschen.

 

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