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Die Wucht einer musikalischen Botschaft Drucken
Von Margaret Weirich (15.03.2017)

Ehrfurcht und Staunen nach der Aufführung von „The Peacemakers“

Die Sänger trugen die bunten Schals vom „Weite wirkt“ Festival in Halle 2016. Einige in der Kantorei sangen damals bei der Aufführung in Halle mit.Kantorei und Jugendkantorei an der Auferstehungskirche unter der Leitung von Kreiskantor Harald Sieger legten zusammen mit einem Ensemble an Musikern einen fesselnden, überwältigenden Auftritt hin. Mit der Aufführung „The Peacemakers“ des zeitgenössischen Komponisten Karl Jenkins gelang es Ihnen, das Publikum zu berühren, zu bewegen und zu begeistern.

An diesem Abend trugen die Sänger regenbogenfarbige Schals. Sie erinnerten damit an das „Weite wirkt“ Festival in Halle im letzten Jahr. Dort wurde „The Peacemakers“ von einem Projektchor mit 800 Sängern aus der gesamten Landeskirche im Gerry Weber Stadion aufgeführt. Etwa 50 Mitglieder der Bad Oeynhausener Kantorei sangen damals mit. In der intimeren Atmosphäre der Auferstehungskirche entfaltete die Kantorei-Fassung eine ganz andere Wirkung.

Unter dem Kreuz in der Auferstehungskirche führten Kantorei und Jugendkantorei „The Peacemakers“ von Karl Jenkins auf.Die Komposition „The Peacemakers“ bietet keine Erzählgeschichte, sondern ist die Vertonung von verschiedenen Texten aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen, die sich alle um das Thema Frieden drehen. Frieden wird mal als Befehl, mal als Appell, mal als Vision, mal als Mahnung in den Texten formuliert. Dementsprechend sind die musikalischen Einflüssen und Stilrichtungen unterschiedlich. Die Herausforderung, sich immer wieder auf die relativ schnell wechselnden Abschnitte einzustellen, meisterten die Mitglieder der Kantorei und der Jugendkantorei sowie die zahlreichen Musikern hervorragend.

Besonders bewegend war die „Fanfare“, in der das Wort „Frieden“ in vielen verschiedenen Sprachen energisch vorgesungen, ja fast freudig verkündet wird. Nach diesen eindrücklichen, starken Tönen kam direkt im Anschluss der vertonte Text des englischen Dichters Percy Bysshe Shelley, der „Frieden“ als Traum und Vision vermittelt. Musikalisch zauberten dabei die gedämpfte Musik und der Gesang eine ganz besondere Stimmung. Der lange und mühsame Weg zum Frieden wurde vom wiederholten dumpfen Trommelschlag und fast monotonen Gesang im Stück „Let There Be Justice for all“ nach einem Text von Nelson Mandela hörbar. Die Solostücke vom Mezzosopran Marlene Gaßner dienten in der Gesamtaufführung jeweils als Ruhepole.

Mezzosopran Marlene Gaßner sang zusammen mit dem Chor.Am Ende der Aufführung herrschte absolute Stille. Keiner wagte, den Bann zu brechen, der sich über den Kirchenraum gelegt hatte. Erst als Harald Sieger seinen Dirigentenstab niederlegte und sich verneigte, jubelten die Zuhörer. Sie belohnten nicht nur die starke Leistung der Sänger und Musiker, sondern auch ihren Mut, sich für die Botschaft des Friedens in einer politisch angespannten Zeit einzusetzen. Regina Köster, Vorsitzende des Freundeskreises für Kirchenmusik, fasste es zusammen: „Wer bei die Aufführung „The Peacemakers“ nicht dabei war, hat ein besonderes, einzigartiges Musikerlebnis verpasst.“

 

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